Korsika 2018


Reise vom 28. August - 23. September 2018 nach Korsika


Dienstag 28. August 2018

Wie bereiten wir uns auf die Ferien in Korsika vor, ein Drama in 5 Akten, geschrieben von Bruno Scheiber

Akt 1: Beladen des Wohnmobils; Was nehmen wir alles mit, was brauchen wir, was ist unnötiger Balast? Da scheiden sich erfahrungsgemäss die Geister, der Klügere gibt nach, der weisere entscheidet. Nein, Sonnenschirmständer hat keinen Platz mehr, eine Bratwurst ins Tiefkühlfach (ging vergessen), Adapterkabel für Fotos auf Laptop laden (ging vergessen), Strandtücher, nein wir haben doch noch alte Bastmatten (wurden bis Abfahrtstermin nicht gefunden), Wasser, ja 6 Flaschen sollten bis Genua reichen (Marianne ist stille Trinkerin), machen wir Crêpes, ja gerne, also 2. Grill einladen, usw, usw.
Akt 2: 2 Tage vor Abreise, Marianne sehe ich hinter einem Berg von Birnen- und Apfelschnitzen nicht mehr, das Kochfeld gibt den Geist auf, infolge Dauerbelastung mit sterilisieren. Service organisieren, machen wir locker, nur nicht am Sonntag.
Akt 3: 1 Tag vor Abreise, das Wasser wird abgestellt! Super, den ganzen Nachmittag. Gegen Abend soll es wieder fliessen, die Nachbarn haben sie vergessen wieder anzuschliessen, sch…., im warsten Sinne des Wortes. Als Dank läuft die Waschmaschine, Steamer, Abwaschmaschine usw. nicht mehr, da die Siebe mit Sand verstopft sind, Marianne nahe am «Kolabrieren».
Akt 4: Kochfeld kann nicht repariert werden, keine Ersatzteile lieferbar, super, hat gerade noch gefehlt. Also muss ein neues bestellt werden, das alte hätte bei normaler Belastung noch lange seinen Dienst erwiesen!
Akt 5: Sitzung von Dienstagmorgen wird abgesagt, Juniorchef leidet an Montezumas Rache vom gröbsten. Nächste Hiobsbotschaft, seine Tochter leidet unter demselben Virus, nur ist sie nicht zu Hause, sondern in Locarno. Ersatzkleider abholen, auf dem Weg nach Genua bringen wir diese noch schnell vorbei. Noch ein paar Mails betreff Curling Terminen, einkaufen (die Hälfte ging vergessen, wen wunderts, und Scheibers sind abfahrbereit.

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So fahren wir gen Süden, machen in der Gotthard-Raststätte kurz Kaffeehalt mit Früchtewähe inkl. «Nidlä». Dem feinen Baggenstoss-Nussgipfel kann ich natürlich nicht widerstehen, ihr kennt mich ja. Immerhin erhält Marianne grosszügig einen Drittel. (sie ist nicht auf Diät wie gemunkelt wird!) Die dazugehörige «Biräweggä» wird sogleich konfisziert und versiegelt. So bleibt mir nichts anderes übrig als die schöne Bergwelt meiner alten Heimat zu geniessen.

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Richtung Gotthardtunnel, der Gewichtskontrolle der LKW können wir glücklicherweise entkommen, glaube wir haben etwas Übergewicht, also das Womo natürlich, nicht die Reiseteilnehmer, oder die ev. auch? So treffen wir nach 14 Uhr in Locarno ein, problemlose Kleiderübergabe bei der Schiff-Station. (die Ticinesi sind da grosszügig mit Halteverbot und Einbahnstrassen) Die nun folgende Strecke dem Lago Maggiore entlang braucht für ungeübte Fahrer etwas Nerven, die Strasse ist stellenweise recht eng. Es empfiehlt sich ev. die Strecke zuerst mal von Süden nach Norden zu bewältigen, man hat bei den Leitplanken etwas mehr Reserve als den Felsen entlang. Dafür entschädigt der schöne Ausblick auf Brissago und die Tessiner Berge.

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Und schon erreichen wir den Zoll, viva Italia! Früher wollten sie noch die Reisepapiere sehen, da es aber heute nur noch Geschwister gibt (überall steht «Passeporte» auf den Ausweisen), erübrigt sich die Kontrolle durch die Carabinieri. Wir haben eh nur zu viel Wein usw. im Gepäck, die einzigen Waffen sind die Fischer-Ruten, was solls.

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Bei herrlichem Wetter tuckern wir dem See entlang und geniessen die Eindrücke von Stresa und all den schönen Eindrücken auf unserer Fahrt Richtung Süden.

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Bald stehen vor der Zahlstelle der Autobahn und eine unspektakuläre Fahrt führt uns nach Ovada, das wir gegen 18 Uhr erreichen. Einzig 3 Porsche-Fahrer, die etwa mit 200 Sachen ein kleines Rennen veranstalten, sorgen für etwas Abwechslung. Unser Navi weist uns zielgenau auf unseren Übernachtungsplatz, einen Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit.

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Nach so vielen Kilometern schadet uns etwas Bewegung nicht, so entscheiden wir uns spontan für einen kleinen Städtchen-Bummel. Die Altstadt hat sogar Fussgängerzone, aber was heisst schon Fahrverbot für die Einheimischen! Die vielen kleinen Läden sind natürlich für Marianne ein Eldorado, so habe ich Zeit ein paar Schnappschüsse mit der Kamera zu fokussieren. Kirche hier und Kirche da, ja halt so üblich in den alten Städtchen. Wie speichere ich eigentlich die Bilder von der Kamera auf den Laptop? Aha, mit einem Kabel, leider ist es zu Hause geblieben wie die Bratwürste. Auf der Suche nach solch einem Teil werde ich in einem PC-Shop fündig. Wie sich später zeigt funktioniert das Kabel nicht, weiss der Kuckuck warum. Meine Bemerkungen, da hätte es eine Pizzeria und hier könnte man Essen, werden überhört, die Läden erheischen mehr Aufmerksamkeit.

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Doch plötzlich hat Frau Gemahlin Hunger, und nun muss sofort eine Pizza her. In einem eher speziellen Viertel wird uns eine Pizza Prosciuto zubereitet, eine reicht für uns zwei, schliesslich haben wir keine Gewichtsreserven mehr im Womo. In der anderen Bar holt Marianne 2 Panaché, und schon können wir unser Festmahl geniessen.

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Nun aber ab ins Bett, morgen ist um 04.15 Uhr Tagwache!

 

 

Mittwoch 29. August 2018

Ein pflichtbewusster Wohnmobilfahrer braucht keinen Wecker, die Nervosität lässt ihn eh nicht schlafen. Bereits um 4 Uhr fahren wir bei hellem Mondlicht los, der Hafen von Genua ist unser nächstes Ziel. Da die Autobahn wegen des tragischen Brückeneinsturzes nicht befahrbar ist, müssen wir unser Ziel auf gut Glück suchen. Das Navi habe ich auf diesen Umstand programmiert. Bis zur Ausfahrt Aeroporto verläuft alles nach Plan, doch oh Schreck, die Abzweigung Richtung Porto ist mit Betonblöcken verbarrikadiert! Scheibenkleister, was nun? Richtung Savona will ich nicht, so wähle ich den Weg zum Flughafen. Dort gibt es einen Kreisel mit dem Wegweiser Stadt, wir sind gerettet! Leider erwische ich irgendwie wieder die falsche Richtung und so bin ich wieder bei der Autobahnzahlstelle. Das Ganze nochmals von vorne, diesmal Richtung Stadt. Aber auch dieser Weg führt uns zur Stadt hinaus! Was macht der Kluge, 180 Grad Wende auf der 6 spurigen Hauptstrasse und Richtung Stadt. Marianne ruft verzweifelt, « hier sind Pfeile am Boden.» Solche Zwischenrufe kann ich jetzt nicht gebrauchen, schliesslich suche ich gerade den Weg zum Hafen. Schade konnte ich die Gesten des Italieners nicht fotografieren, der mir entgegenkam! Aber jetzt muss ich das Ding durchziehen, linksabbiegen zwar verboten, gilt glaube ich für Womo mit Anhänger nicht, über doppelte Sicherheitslinien und schon kann ich hinter einem Linienbuss Richtung Hafen fahren. Zum Glück hat es morgens um 5 Uhr kein Verkehr, sonst hätte ich ein veritables Chaos ausgelöst. Vielleicht wurde mein Manöver mit Überwachungskameras gefilmt, wird ev. schon bald ein You-Toub Hit! Wir erreichen nun problemlos den Hafen. Es hiess ja ausdrücklich spätestens 2 h vor Abfahrt müsse man dort sein, lieber 2-3 h früher wegen neuer komplizierter Abwicklung der Reiseformalitäten. Das Komplizierte daran ist nur der verschlossene Zugang zum Hafen! Kurz nach 6 Uhr wird das Tor geöffnet und wir können nach 4 Kontrollen (sie wollten 4 Mal unser Ticket sehen) uns einreihen zum Einschiffen. Jetzt hatten wir Zeit fürs Frühstück, die Fähre dockt an und schon bald verlassen wir mit der Moby Zazà Genua.

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Kein Schaukeln, ruhiges Meer, 7 Stunden später treffen wir in Bastia ein.

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Unser Navi führt uns nördlich Richtung Cap Corse punktgenau zum Camping «la pietra» in Pietracorbara. Auf der gut 20 km langen Fahrt lernen wir die korsischen Autofahrer kennen, 3 halsbrecherische Überholmanöver sind unsere Zeugen und sagen mir, mach mal ab und zu Platz, die haben keine Lust hinter mir herzutuckern, nur weil ich bei den 30 cm hohen Bodenwellen mich praktisch stehend bewegen muss! Mit einem Feierabend Bier am Strand schliessen wir diesen gemütlich, hektischen Reisetag ab, Prost!

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Donnerstag 30. August 2018

Nach ruhiger und erholsamer Nacht, man hört nur das eigene Schnarchen und ein paar Mücken nach Nahrung suchen, starten wir in den ersten richtigen Ferientag. Frühstück, Roller satteln, auf nach Bastia! Wir steuern zielgenau ein Fotogeschäft an, wo ich einen Stick kaufe um meine Bilder der Kamera auf den Laptop zu laden. Gemütlich durchstreifen wir die Stadt, sehen uns ein paar alte Kirchen an, was gibt es sonst schöneres zu sehen ausser ein paar hübsche Korsianerinnen!

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Der alte Hafen, umrahmt von den alten, teils sehr baufälligen Häusern, ist wirklich sehenswert. Auch die vielen Restaurants mit feinen Sachen würden uns überzeugen, aber wir haben erst das Frühstück am Verdauen, sorry! Es ist schwülwarm, in den Bergen regnet es ev., so wird die Wanderung durch die Stadt zu einer Strapaze.

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So kehren wir mit dem Roller heimwärts und geniessen am Kieselstrand unterwegs unsere erste Meeresbadeeinheit seit längerer Zeit. Herrlich warmes Wasser, man bleibt fast lieber im als aus dem Wasser, so angenehm ist es. Noch schnell ein gutes Stück für den Grill einkaufen und ab nach Hause zum Womo, wo wir mit einem Glas Roten den Tag ausklingen lassen. Tatsächlich schaffe ich es als krönender Abschluss noch die Satelliten-Schüssel in Betrieb zu nehmen, Radio Eviva und Musikwelle ertönen ab sofort aus den Lautsprechern. Das muss gefeiert werden, mit einem korsischen Bier natürlich, Prost!

 

 

Freitag 31. August 2018

Erkundungstour ums Cap Corse ist angesagt. Bei Windstille und schwülwarmen Temperaturen zwängen wir uns trotzdem in unsere Motorradmonturen und fahren nordwärts. Alle paar Kilometer zeigen sich die alten Überwachungstürme, die zum Schutz der Inselbewohner als Frühwarnsystem aufgebaut wurden. Nicht alle sind so gut erhalten, werden jetzt aber teilweise wieder instand gestellt.

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In Santa Severa, dem kleinen Bruderhafen vom Grossen in Maccinaggio, schaukeln ein paar Boote um die Wette und drei Bootsarbeiter schwatzen über Gott und die Welt, welch ein friedliches Bild, diese kleine Dörfchen. Ein Hotel und etwa 4-5 kleine Restaurants hat es für die paar Touristen. Ruhe, ja gerne, dann bucht doch mal 2 Wochen Ferien hier am Cap Corse. Ich geniesse ja auch gerne meine Ruhe, aber die Strände hier am Cap laden nicht alle wirklich zum Baden ein. Im Süden treffen wir da sicher schönere Badestrände an.

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Nach ein paar Kilometern erreichen wir dann den grossen Hafen und den «grossen» Sandstrand. Auch der begeistert mich nicht besonders, zuerst müsste man durch eine Kloake aus Schilf und sonstigem Grünzeug durchwaten mit entsprechendem Geruch, nein Danke! Im Hafen stehen ein paar kleine Marktstände, und diverse Bars und Gastrobetrieb sorgen sich um die Gäste, vor allem die männlichen, die Frauen sind ja am Markt! Es hat bedeutend mehr Schiffe als Gäste. Weitere Besichtigungen lohnen sich nicht.

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Nach Foto-Tour und Espresso ziehen wir in die Berge. Der Himmel hat sich bedeckt und es weht ein zügiger Wind. Wir erreichen Rogliano, eines der Korsischen Bergdörfer. Typisch sind die Steindächer und die verbarrikadierten Eingänge. Die Zimmerfenster sind alle höher angeordnet, als Schutz vor den Seeräubern, natürlich nicht mehr in heutiger Zeit.

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Die nun folgenden zig Kurven erinnern mich an meine Jugendjahre auf der 750er Honda. Die Sozia ist immer noch meine Ex-Freundin, sie liegt auch immer noch wacker in die Kurven, man macht das Spass! Leider trübt die Sicht ein und der Wind dreht auf. Wir verzichten auf den Badeausflug nach Barcaggio und steuern das Hafenörtchen Centuri an. Fast alle PW-Parkplätze sind besetzt, was ist hier los? Alles klar, hier gibt es die besten Langusten-Spezialitäten der Insel! Da können wir (vor allem Marianne) nicht wiederstehen und werfen unsere Menüpläne über den Haufen. In der Meinung ich habe Tagliatelle mit Ziegenkäse bestellt werde ich mit einem sensationell feinen Fischteller überrascht! Mariannes Spaghetti al mare sehen auch sehr lecker aus und ihren Lobesworten zu entnehmen ist dem auch so. So geniessen wir unsere Pause doppelt, auch ein paar Fotos des Hafenbereichs mit den vielen Restaurants dürfen nicht fehlen.

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Die Weiterfahrt erfolgt bei stürmischem Wind, das Meer wirft hohe Gischt-Wellen an die Küste.

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Die Rückfahrt führt uns über den Col de Santa Lucia, immerhin 381 müM. Wieder viele Kurven führen uns zurück zum Camping. Ein Lastwagen mit Kran hebt an der Küstenstrasse ein Auto, das die Kurve nicht erwischt hat, hoch. Kein Wunder, wenn du die Einheimischen fahren siehst!

 

 

Samstag 01. September 2018

Unser heutiges Ziel ohne Frühstück ist der Markt in Bastia. Es sollen vor allem einheimische Produkte verkauft werden. Da wir etwas früher als geplant vor Ort sind schlendern wir noch zum alten Hafen, vielleicht sehen wir noch Fischer die ihre gefangenen Meerestiere verkaufen. Leider sind wir dafür aber zu spät, aber ein paar Fotos vom prächtigen Tag fange ich trotzdem noch kurz ein.

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Der Markt ist klein, etwa 30 Stände verkaufen Gemüse und Früchte, nochmals Gemüse, und Gemüse, sowie Fleisch und Käse, da habe ich auch eingekauft. Wie sollen wir nun den restlichen Tag verbringen? Vorschlag Rollertour nach St. Florent, mit kleiner Passfahrt und vielen Kurven, supi!

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St. Florent gleicht einem aufgescheuchten Hühnerhaufen! Da ist Betrieb in der Altstadt, Marianne ist im Element und für 1 h versorgt, so kann ich gemütlich ein paar Fotos schiessen. Eine kleinere Jacht verlässt gerade den Hafen, braucht alleine 5 Mann Besatzung ohne Passagiere, nichts für meinen Geldbeutel. Leises Magenknurren, es ist auch gleich Mittag. Marianne bestellt Scampi an Steinpilzsauce, auf jeden Fall ist es so auf Deutsch übersetzt. Die Enttäuschung ist dann grösser als die Scampi, es sind nur Muscheln, die Übersetzung stimme nicht sagen uns die Elsässer am Nachbarstisch. Meine Omelette schmeckt prächtig, die Seniorchefin lotst eifrig neue Gäste in den Garten, das Trinkgeld fällt aus, Weiterfahrt ist angesagt.

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Ja wenn wir schon auf der Westseite sind kurven wir doch gleich nach Nonza hoch. Ein korsisches Dörfchen, ca. 200m über der Küste, wie aus dem Bilderbuch. Mit dem Roller parkieren wir in der ersten Reihe, die Automobilisten nehmen ein paar hundert Meter Fussweg in Kauf. Echt super, das gefällt, inkl. Gelati, offeriert von meiner Sozia, fürs gute Kurvenfahren.

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Wieder zurück über den Col de Teghime nach Bastia, wo in der Abendsonne gleich ein Moby-Schiff in den Hafen einläuft. Ja, die Ferienzeit neigt sich dem Ende, es wird gleich auf 3 Schiffen verladen, die Franzosen und Italiener müssen wieder nach Hause aufs Festland.

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Auf dem Camping heisst es auch für uns langsam zusammenpacken. Noch ein kurzes Bad im Meer und tatsächlich ärgern uns ein paar Regentropfen. Zum Nachtessen gibt es nochmals feine Grillspezialitäten, die seit langem angekündeten Bratkäseschnitten lassen auf sich warten!

 

 

Sonntag 02. September 2018

Mitten in der Nacht weckt Blitz und Donnergrollen den Campingplatz. Überall werden Stühle und Tische uns sonst noch allerlei ins Trockene gebracht und schon fallen leise Regentropfen und lassen mich wieder langsam einschlummern. Frühstück, zahlen, WC und Abwasser entsorgen und schon kurven wir die enge Strasse gegen Bastia zu. 160 km bis kurz vor Porto-Vecchio, der Camping les Ilots d’Or ist unser nächstes Ziel. Unterwegs montieren wir die Regenblachen über die Fahrräder und den Roller, wir geraten in ein heftiges Gewitter. Viele Automobilisten warten das Gewitter am Strassenrand ab, mich beeindruckt das wenig und fahre gemütlich weiter, wir sind ja zum Glück im Trockenen. Am Zielort scheint schon wieder die Sonne und wir richten uns wie gewohnt ein. Marianne im Innendienst, meine Wenigkeit im Aussendienst.

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Das Camp ist im Vergleich der letzten Wochen wie ausgestorben, erstaunlich viele Italiener treffen wir an. Marianne sucht intensiv nach Rezepten für den Bratkäse, ein Click meinerseits und endlich gibt es die angekündigten Nidwaldner Bratkäseschnitten, ein Festschmaus à la Marianne, der Innendienst hat sich einmal mehr wieder Note 6 verdient, Applaus bitte!

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Der Strand wirft mich nicht aus den Socken, habe eh keine an. Aber beim Abwaschen sind wir beide gleicher Meinung, Sardinien hat da wesentlich mehr zu bieten. Mal sehen was wir morgen noch finden, aber leise Enttäuschung macht sich breit. Die paar Strände die wir gesehen haben waren komplett übervölkert, der Rest nicht zugänglich.

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Montag 03. September 2018

Wir strahlen mit der Sonne um die Wette, was unternimmt da ein Urlaubspaar? Pack die Badehose ein, nimm das kleine «Schwesterlein», starte den Roller und ab auf die Suche nach den «schönsten» Stränden Korsikas. Marianne ist im Reiseführer fündig geworden, der Golf von Rondinara ist unser Ziel. Zuerst werden 2 Euro fünfzig für den Parkplatz fällig, immerhin die Hälfte der Autos, wir haben ja auch nur 2 Räder. Nach einem kurzen Weg erblicken wir DEN «Traumstrand». Sieht wirklich hübsch aus, hat wie gewohnt einige Boote in der Bucht, die das Baden hier auch geniessen wollen oder einfach ihre schönen Boote mit «Begleitung» zeigen wollen. Wir finden ein Plätzchen unter einem Baum, so sind die Bleichgesichter nicht die ganze Zeit der Sonne ausgesetzt.

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Leider halten sich nicht alle Boote an die Regel, dass man eigentlich im Badebereich nichts mit dem Motorboot verloren hat, doch hier kümmert das niemand. Plötzlich dreht der Wind, unsere Kleider und Badetücher werden durcheinandergewirbelt! Oh weia, ich habe die Sonnenstore vom Womo nicht eingerollt. Man, wie konnte ich nur! Ohne lange zu überlegen, wir müssen zurück. Auf der Heimfahrt fahren wir hinter einem Lastwagen mit Ladebrücke her, so etwa mit 70 km/h. Da kommt auf unserer Spur ein schnittiger Mercedes direkt auf den LKW zu trotz Sicherheitslinie in der Kurve! Der LWK bremst, wir auch, der PW hat keine andere Wahl als rechts vom LKW auf die Steinwiese zu lenken. Ein Wunder hat es ihn nicht geschleudert. Der LKW hält an, muss sich vom Schock erholen, die Insassen des korsischen Rasers haben nur ein müdes Lächeln übrig. Glück haben die beiden Fussgänger am Strassenrand, ein paar Meter haben gefehlt, sonst hätte es sie erwischt. Das ist eben Korsika live, schade, müsste nicht sein.
Store reinkurbeln, hier auf dem Campingplatz hat es gar nicht so fest gewindet und wir machen uns auf die Suche nach anderen Stränden. Der Plage de S.Ciprianu, ganz in der Nähe, direkt unterhalb eines Villenquartiers ist auch ganz passabel. Auch hier wieder viele Boote, die aber vor allem zum Mieten sind oder den Villenbesitzern gehören.

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So geniessen wir nach ereignisreichem Tag unser Nachtessen. Rindsfilet, 200g, Sauce Bernaise, Bratkartoffeln, Gemüse, «isch das e Läbä»!

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Dienstag 04. September 2018

Donnergrollen gegen den frühen Morgen weckt uns auf. Dabei kündigte der Wetterfrosch doch einen schönen Tag an. Schnell die Badetücher und Schuhe reinholen, mehr als ein paar Regentropfen gibt der Himmel nicht preis. Also wieder unter die Federn. Nach dem Frühstück plaudern wir mit unseren Berner Nachbarn, per Zufall Elektriker. Ja, «Stromer» ziehen sich wie Magnete an. Sie sind zum ersten Mal auf Korsika und überlegen sich gerade in Bonifaco die Fähre nach Sardinien zu buchen, waren letztes Jahr dort und hat ihnen super gefallen. Marianne ist küchenaktiv, sprich, es wird eine Birnenwähe zubereitet (Birnenlieferant Imhof's aus Spiringen / Eigenproduktion) . Hoffe sie wird gut, leider waren meine Einkaufskünste nicht über alle Zweifel erhaben. Kein Quark und kein Vanillecremepulver, totaler Ausfall, habe wieder mal nicht richtig zugehört. Meine Küchenfee zaubert dann trotz allen Widrigkeiten eine fantastische Wähe, die wir im Verlaufe des Nachmittags verspeisen.

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Wolken ziehen auf, der Wind lässt die Blätter aufwirbeln, Donnergrollen, tatsächlich setzt Regen ein und wir geniessen den Nachmittag unter der «Sonnen»-, sprich Regenstore im Womo mit Lesen. Mit unserem Berner Nachbar unterhalten wir uns noch übers Fischen, ja klar wer die Grössten gefangen hat im Verlaufe des Gesprächs! So lassen wir den Tag mit Spielen, einem «Ürnerkafi» und dem Rest der Wähe ausklingen.

 

 

Mittwoch 05. September 2018

Blauer Himmel, heute geht’s ab in die Berge Richtung Alta Rocca. Roller vollgetankt schrauben wir uns Kurve um Kurve in die Höhe nach l’Ospedale zum gleichnamigen Stausee und dann zum Illarata Pass. Meine geplante Abkürzung nach Levie erweist sich leider nur als Naturstrasse, sprich eher besserer Wanderweg. Dann lieber ein paar Kilometer mehr und dafür gute Strassen. Sogar grössere Wohnmobile wagen sich in die Pampas, wird doch extra gewarnt vor den engen Strassen. Nun, so eng sind die Strassen auch wieder nicht und jetzt um diese Jahreszeit, wenn es nicht mehr so viele Touristen hat, kurvt es sich auch mit Womos über die Berge. Persönlich bevorzuge ich meinen 2-Rad Untersatz. Die Gegend gefällt, Bäume, bizarre Steinformationen, Wasser, Kurven, heute gefällt mir Korsika bestens.

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Levie erreichen wir fast ohne Verkehr, nur ein paar Radfahrer zwängen sich die Berge hoch, wie geniesse ich da meine motorisierte Unterstützung! Wieder eines der korsischen Bergdörfer, im Gegensatz zum Norden aber mit roten Ziegeldächern. Sogar ein Hotel mit Pool lockt die Gäste an. Die Bars und Restaurant haben direkt auf die Strasse aufgetischt, sicher echt gemütlich neben den Abgasen zu Essen, wir ziehen weiter.

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Als nächstes gebe ich Zonza ins Navi ein, also eigentlich wollte ich das, nur vergesse ich das «n» und so steuern wir Zoza entgegen, das es in der Nähe tatsächlich auch gibt. Da taucht das nächste spannende Dörfchen auf, Ste Lucie de Tallano! Aber da wollen wir ja gar nicht hin, spannend, wo sind wir denn da gelandet!

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Da wir beide ein leichtes Hüngerchen verspüren ist es eh gerade Zeit für Mittagsrast. Wir parkieren direkt neben dem Dorfbrunnen und kehren ins Restaurant ein. Auf der Menükarte verstehen wir Assiette, Kartoffeln und Cannelloni, die restlichen Teile lassen wir uns überraschen. Es sind Kutteln und Voressen! Die Kutteln brauchen etwas Überwindung, es riecht stark nach Kuh.

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Nach Espresso, den brauche ich dringend um die verschiedenen Geschmäcker im Mund zu neutralisieren, durchstreifen wir Ste Lucie. Das Dorf gleicht einer kleinen Festung, war früher leider notwendig, als die Seeräuber sich alles holten was sie benötigten, ohne zu bezahlen.

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Richtung Zoza und Quenza erreichen wir dann doch noch Zonza, mein eigentliches Ziel. Weiter die Strasse hoch, viele Velo-, Töff- und Autofahrer begegnen uns. Auf der Passhöhe des Col de Bavella empfängt uns nichts als Nebel, nichts mit Wandern zum Bombenloch, also zurück nach Zonza und ein Bierchen trinken. Die bekannten Berggipfel sehen wir leider nur mit Nebelfetzen, aber was soll’s, gefällt uns.

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Zurück kurven wir die gleiche Strasse wieder Richtung l’Ospedale. Hier oben präsentiert sich ein wunderbarer Ausblick auf die Ebene Richtung Porto Vecchio, bei klarer Sicht bis Sardinien. Jetzt im Abendlicht präsentiert sich Korsika noch besser als am Morgen bei diffusem Gegenlicht.

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Kurz vor unserem Campingplatz fahren wir an einer Korkeichenplantage vorbei. Als gelegentlicher Korkenzapfenzieher einer Weinflasche staune ich wie die Rinde von den Bäumen geschnitten werden und wieder nachwachsen können.

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Als Nachtessen gibt es etwas «Leichtes», wir bereiten Crêpes selber zu. Nun das mit dem Leichten ist eine Frage der Menge, entsprechende Infos sind bei persönlichem Nachfragen erhältlich, das folgende Frühstück fällt vermutlich aus!

 

 

Donnerstag 06. September 2018

Ohne Frühstück, wie angekündet nach dem Crêpes-Schmaus, fahren wir bereits um 8 Uhr los nach Porto Vecchio. Heute muss der erste Schultag sein, denn vor den Schulen herrscht ein buntes Treiben von Müttern und Vätern mit ihren Schützlingen. Sonst schläft die Stadt noch, Putzmannschaften sind unterwegs, die ersten Bars und Cafés öffnen. Gestärkt nach Cappuccino und Croisette durchstreifen wir die verschiedenen Gässchen.

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Da noch alle Läden geschlossen sind, endet die Besichtigung etwas früher als geplant. Ein Besuch bei den vielen kleinen Restaurants wäre am Abend zu empfehlen. Wir fahren noch an den Hafen und knipsen ein paar Fotos mit Sonnenlicht Richtung Altstadt.

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Wir entscheiden uns für die Rückfahrt, packen unsere Siebensachen, zahlen den Obolus für die Benützung des Campingplatzes. Ein letzter Blick auf den Strand. Ich stelle mir gerade vor wie es hier in der Hochsaison zu und her, wenn sich alle Campinggäste auf der 20x20m freigegebene Wasserfläche tummeln. Vermutlich darf jeder mal eine halbe Stunde ins Wasser, schade, wohl Camping direkt am Meer, aber die Bootsvermietung beansprucht den meisten Platz, da kann man Euros verdienen. Es liegt auch daran dass der Camping etwa 500m lang aber nur 40m breit ist, nebenan ist der nächste Camping und dann hat es schon wieder Hotels und Ferienhäuser. Der gute Platz ist rar.

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Der «U Farniente Camping» ist unser Ziel. Einchecken mit ein paar sprachlichen Barrieren, einrichten bei schwülwarmen Temperaturen und was Kleines in den Magen. Kurze Siesta, Internetverbindung am Handy einrichten, und schon klingelt es. Urs und Brigitte sind in Bonifacio, welch Überraschung! Schnell unter die Dusche und ab in die Stadt. Wir treffen uns in einem Hafencafé und erzählen uns die neusten Reiseerlebnisse. Sie haben in Porto Vecchio ein Zimmer reserviert und wir entscheiden uns noch für einen Stadtbummel inkl. Nachtessen. Küche geschlossen lautet unser heutiges Motto. Der Ausblick von der Anhöhe auf die Buchten und Felsen ist eindrücklich, es herrscht ein emsiges Treiben mit entsprechend vielen Touristen. Die Kaserne der Fremdenlegion ist am Zerfallen, keine Einschreibung mehr möglich!

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Spät abends machen wir uns auf den Heimweg und sehen am Hafen Mariannes Traumboot im pinkfarbenen Licht.

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Freitag 07. September 2018

Heute ist Wassertag angesagt. Frühschwimmen im Campingpool und anschliessend Fahrt zum Plage Balistra. 3 Kilometer Naturstrasse, aber es lohnt sich, wir sind restlos zufrieden und geniessen Sonne, Sand und Meer bis zum Abend.

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Auch den Campingplatz, mitten in den Bäumen parzelliert, geniessen wir trotz aufkommenden Windes. Ein echter Camper haut so ein laues Lüftchen nicht um.

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Samstag 08. September 2018

Morgenstund hat Meerwasser im Mund! Also packen wir unsere Strandausrüstung zusammen und fahren zum Canetu-Strand. Also fahren ist etwas übertrieben. Ist die Strasse am Anfang noch asphaltiert, benötigen wir für den letzten Kilometer Naturstrasse eher einen Motocross-Töff, so holprig fährt es sich über Stock und Stein. Aber das Resultat lohnt sich, wir geniessen das warme Wasser in der Bucht, allerdings nicht ganz alleine. Tatsächlich hat sogar ein Österreicher mit seinem VW-Bus hier übernachtet.

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Am Nachmittag erkunden wir die Strände im Golf von Sant’Amanza, eine Schwester der «Emanze». Die Strände sind sehr klein, mit Felsen unterbrochen und eher grobkörnigem Sand. Auch 2 Fischer beobachten wir, sie fangen ein paar Fische, allerdings nicht sehr grosse.

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Der Tag der Befreiung im 2. Weltkrieg wird am 8. September in Korsika gefeiert. Korsika war das erste Departement das zurückerobert wurde. Nebst verschiedenen Festlichkeiten gibt es am Abend in Bonifacio ein Feuerwerk zu bewundern. Das lassen wir uns nicht entgehen und bestaunen am Hafenquai nebst den Schönen und Reichen auch die vielen feinen Fischrestaurants.

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Sonntag 09. September 2018

Bei anhaltend schönem Wetter, wie übrigens in der Schweiz auch, geniessen wir hier einen weiteren Strandtag. Der Golf von Santa Giulia ist unser Ziel, etwa 15 km nördlich von unserem Campingplatz. Mit dem Roller kein Problem, Radwege hat es hier eh keine, also haben wir den idealen Fortbewegungsuntersatz. Heute ist Sonntag, es geht relativ ruhig zu und her auf den Strassen. Die Strandbucht präsentiert sich grosszügig, wie fast überall mit Booten, eher wenig Strandbereich, da eine Feriensiedlung gebaut wurde. Gibt natürlich mehr zu verdienen als die Vermietung von ein paar Sonnenschirmen.

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Montag 10. September 2018

Ein Tag nicht wie jeder andere, doch davon später!
Wieder mal zusammenpacken, es gilt weitere Orte von Korsika kennenzulernen. Unser Nachbar, ein Winterthurer Thurgauer (Wohnort / Autoschild), interessiert sich für den Anhänger für einen Kollegen. So ergibt sich ein kurzer Schwatz. Es sind seine ersten Womo-Ferien. Er fährt noch nach Sardinien, lässt sein Gefährt dort stehen, fliegt nach Hause um dann im Oktober nochmals für 2 Wochen Sardinien zu umrunden. Bei den günstigen Flugpreisen lohnt sich das alleweil. Wir fahren los, Kurven fahren ist angesagt. Nächstes Ziel Richtung Propriano. Die Strasse ist gut ausgebaut, so lässt es sich auch mit grösseren Womos die Insel umrunden auf den Hauptstrassen. Wenn möglich fahre ich in die Haltebuchten an der Strassenseite und lasse die PW’s, die viel schneller unterwegs sind, vorbei. Die meisten danken es mit Hupen, gern geschehen. Beim Aussichtspunkt in Roccapina hat es sogar für mein langes Gefährt Platz für einen Stopp. Herrliche Aussicht in die gleichnamige Badebucht und die Felsformationen.

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In Sartène wird es eng. Mein Navi weist mich mitten in den Ort, die direkte Abkürzung Ajaccio getraue ich mich nicht zu fahren, es geht sehr steil die schmale Strasse runter. Links und rechts wird parkiert, legal oder illegal, ist doch egal, wir schaffen es ohne grössere Ärgernisse, der Schulbus am Stadtende wartet geduldig bis ich an ihm vorbei bin. Spannend ist die Grösse des Friedhofes. Ich glaube, da gibt es viele Leute die haben mehr Platz in den Grabhäusern, als sie zu Hause gehabt haben. Passenderweise ist neben dem Friedhof auch noch die Entsorgungs-Stelle der Stadt. Also ich habe da nicht schreiben wollen, dass es Verstorbene gibt, die direkt entsorgt werden.

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Im Casino von Propriano werden die Lebensmittelvorräte aufgestockt. Nicht am Roulett-Tisch, nein das ist der Name einer grossen Einkaufskette in Korsika. So erreichen wir den Campingplatz Vigna Maggiore in Olmeto. Er liegt erhöht mit wunderbarem Ausblick auf Propriano. Die Rezeption ist erst um 16 Uhr wieder geöffnet. Was machen? Roller abladen und die Stadt erkunden? Marianne macht sich an die Vorbereitung des Nachtessens, es gibt Älplermagronen. (Die in der Schweiz von mir extra gekauften Cervelats müssen wegen Ablaufdatum verwertet werden. Kleiner Rüffel an den Innendienst vom Aussendienst bei der Inspektion) Ein Campingmitarbeiter erklärt uns, dass wir uns einrichten können wo wir wollen, und dann später uns anmelden. Gesagt getan, ich fahre mit dem Roller die enge Strasse hoch, Marianne hinterher. Bei der letzten Kurve bleibt sie stehen, die Äste des Baumes zu tief. Ich eile zu Hilfe, doch leichter getan als gesagt. Das Ausweichmanöver misslingt. Ich versuche die Mauer, die sich unaufhaltsam dem Wohnmobil nähert, mit aller Kraft aufzuhalten, ich schaffe es nicht. So wird «die Mauer» leicht beschädigt. Nach Fahrerwechsel parkieren wir unseren leicht angekratzten Hymer und richten uns ein. Nicht gerade wortlos, aber doch eher ruhiger als sonst.

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Abkühlen im herrlichen Pool, Nachtessen verspeisen ohne Resten zu hinterlassen und den Abend geniessen, so weicht der Tag der Nacht. Der Mond sagt leise Servus, ja für heute sagen wir Servus mit ein paar Eindrücken der Abendstimmung und des Platzes.

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Dienstag 11. September 2018

Ausflugstag in die Berge. Wir suchen den letzten Edelholz-Drechsler von Korsika. Bei wiederum strahlendem Sonnenschein gebe ich ins Navi eine Rundtour von etwa 150 km ein mit geschätzten zig-tausend Kurven. Abseits der Hauptstrasse begegnen wir ausser ein paar wenigen Touristen und ab und zu einem Korsen fast niemandem. Einfach herrlich, wir sind in Korsika angekommen! In der Höhe geniessen wir fantastische Rundblicke nach Propriano und bestaunen die Gesteinsformationen.

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In Fozzano finden wir das Atelier des Drechslers, Monsieur Nicolier, und bestaunen die einfach eingerichtete Werkstatt wo das Ordnungs-Chaos herrscht. Früher stellte er nur Tabakpfeifen her, doch seit die Anzahl Raucher sinkt produziert er Kugelschreiber und Parfümsprayer. Ich kaufe ein solches Unikat und Marianne ein Geburtstagsgeschenk für jemanden, können den Namen jetzt nicht schreiben, sonst ist es keine Überraschung mehr. Über der Werkstatt kann man feine korsische Guetzli degustieren zu einem feinen Espresso. Es bleibt nicht nur beim Degustieren, es wird auch eingekauft was Platz hat im Koffer des Rollers. Beim Einladen meint ein Franzose, der auch ordentlich eingekauft hat, wenn ich ein Platzproblem habe so soll ich es doch nur in seinen Kofferraum laden. Ich sage mit meinen Französisch-Brocken, nicht die Guetzli sind das Platzproblem, sondern die Beifahrerin. Er winkt lachend ab, nun ja, war ja auch nicht so ernst gemeint!

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Weiter kurven wir durch die einsame Gegend. Täglich sehen wir Feuerwehrautos mit 2-3 Mann im Gelände stationiert. Da es sehr trocken ist vermutlich eine Massnahme der Insel-Regierung um im Ernstfall sehr schnell eingreifen zu können. Die Feuerwehrmänner dösen dann den lieben langen Tag auf ihren Fahrzeugen. In Aûllène ist Mittagsrast geplant. Nach der Fahrt durch die Wälder ist ein Hüngerchen entstanden, das wir mit der Spezialität des Hauses stillen wollen. Hamburger!!! Nun ja, die Begeisterung hält sich in Grenzen, Marianne lässt nachgaren. Einzige Aufregung des Tages ist ein Sanitätsfahrzeug, das den Geist aufgegeben hat. Pech für das alte Mütterchen, das in ein Spital gefahren werden sollte, es wird kurzerhand in einen Jeep verfrachtet und weiter transportiert. Die beiden Fahrerinnen bestellen nach einigen Telefonaten auch was zum Essen.
Auf dem Col de St-Eustache sehen wir die Spitzen der Aiguilles de Bavella, diesmal ohne Nebel. Fantastisch, diese schöne Aussicht hier oben.

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Kurzer Badehalt auf der Rückfahrt am Plage de Tavaro in Abbartello. Weitere Strände werden noch erkundet, ja der Südwesten wird nicht umsonst als einer der schönsten Ecken Korsikas gepriesen. Küche geschlossen, so lassen wir den Abend mit Pizza vom Campingrestaurant ausklingen, die sehr gut mundet.

 

 

Mittwoch 12. September 2018

Nach ausgiebiger Morgengymnastik im Pool, ohne den Schreibenden, starten wir unsere Fahrt an den Punta di Campomoro erst gegen Mittag. Bereits die Fahrt durch Propriano wird zum Erlebnis. Enge Strassen, überall werden Parkplätze gesucht, ein kleineres Durcheinander um die Mittagszeit. Das Städtchen gefällt uns nicht besonders, Hafen, viele Bars und Restaurants, schlechte Strassen. Friedhof an bester Lage mit Meerblick.

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Der Strand weis zu begeistern, mehrere Kilometer lang, das gefällt. In Portigliolo führt die Strasse, durchsetzt mit zig Schlaglöchern, bergan. Ein schöner Ausblick von oben auf die Strandpromenade Richtung Propriano mit den Bergspitzen im Hintergrund.

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In Campomoro werden wir von einem zivilen Wachmann recht deutlich darauf aufmerksam gemacht, hier nix parkieren, sonst Police! Zurück auf Feld 1, ein Bierchen in einer Bar, das war’s für heute, hier sind wir nicht so willkommen. Aber der Strand weis zu gefallen, vor allem die vielen Boote für diejenigen die nicht so gerne baden, sondern lieber auf dem Wasser sich bewegen. So zotteln wir zurück zum Camping und geniessen die Abendruhe auf dem Platz.

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Donnerstag 13. September 2018

Als erfahrener Wetterfrosch wusste ich, dass es in der Nacht regnen wird. Tatsächlich, so gegen 2 Uhr in hört man überall in den Zelten Reissverschlüsse sich öffnen und die Wäsche ins trockene bringen. Im Schutz des Wohnmobils kann ich dem emsigen Treiben locker zuschauen. Heute ist es an der Zeit die Fischereiutensilien in Funktion zu bringen. Die Hafenanlage von Propriano eignet sich hervorragend dafür. Marianne erhält klare Anweisungen, «für das Nachtessen brauchts du dich nicht zu kümmern, es gibt Fischmenü.» Doch oh Schreck! Wo gestern noch zig grosse Fische sich tummelten, herrscht heute tote Hose. Marianne gibt bereits nach 10 Minuten auf, macht keinen Spass. Nein, so leicht mach ich es den Fischen nicht. Doch auch nach etwa 4 Stunden erfolglosem Köderwerfen gebe ich mich geschlagen. Cappuccino im Städtchen, ab zum Campingplatz, Marianne geniesst den Pool auf dem Camp. Nein, das kann es nicht gewesen sein, ich fahre nochmals zum Hafen, obwohl sich Regenwolken türmen. Tatsächlich, etwa 5 Fischer tummeln sich an meinem Platz. Habe ich es doch gewusst, das ist genau der richtige Ort. Doch kaum richtig ausgepackt beginnt es zu regnen. Das kann einen Fischer nicht erschüttern, nur leider die Fische. Meine Kollegen zogen einen nach dem anderen raus, nur bei mir beissen sie nicht. Eine Stunde später, nass bis auf die Unterhose, doch immerhin wieder mit Sonnenschein, zottle ich zurück. Menüplanänderung, es gibt Resten von gestern!

 

Freitag 14. September 2018

Eigentlich ist heute Strandtag vorgesehen vor unserer Weiterreise nach Corte. Doch irgendwie fesselt mich der Gedanke mit dem Roller noch etwas in der Gegen herumzukurven. Marianne ist schnell begeistert, schon weht uns die frische Meeresbrise um die Ohren auf unserer Fahrt. In Serra di Ferro wird gerade das Mittagessen zubereitet, Ochs am Spiess, ein Riesending, für 15 Euro gibt es ab 12 Uhr eine Portion.

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Für uns noch etwas zu früh, so führt uns der Weg an den Strand der Bucht von Cupabia. Herrlich gelegen, hier geniessen wir gerne ein Bad im warmen Meerwasser.

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Weiterfahrt auf der kurvenreichen Küstenstrasse Richtung Punta di Castagna. Der Blick Richtung Ajaccio ist prächtig, ja uns gefällt der Südwesten von Korsika bis jetzt am besten.

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Der Strand von Portiglio ist eine leise Enttäuschung, so versuchen wir es in Verghia. Ja, das passt! Eine Lehrerin versucht ihren Schülern das Kanufahren auf dem Meer beizubringen, mit der Betonung auf versuchen. Ich hätte die Nerven nicht mehr dieser Rasselbande von 10-jährigen zigmal alles zu erklären mit dem Resultat, dass dann die Kanus trotzdem voller Sand und Wasser sind.
Nun aber ab nach Hause, es ist schon gegen 4 Uhr. Auf einer 4. Klasse Strasse voller Löcher und Schläge kurven wir den Berg hoch. Die entsprechenden Kommentare der Sozia lassen nicht lange auf sich warten. Doch wer zuletzt lacht, später wird aus der Heimfahrt eine veritable Töffrennstrecke, leider nicht für mich, aber Spass macht es auch mit dem Kawa-Roller. Die Lasagne der Superköchin verdient dann als krönenden Abschluss des Tages das Prädikat Weltklasse! Der Zeiger der Waage zu Hause wird es beweisen.

 

 

Samstag 15. September 2018

Reisetag nach Corte. Es heisst unsere 7-Sachen zusammenpacken und ab geht die Post über Berg und Tal Richtung Ajaccio. Die Hauptstrassen sind sehr gut ausgebaut, einzig durch die Dörfer ist es manchmal sehr eng und holprig, man meint hier verkehren nur Eselkarren. Bei der Abzweigung vor Ajaccio Richtung Corte spüren wir, dass das Frühstück heute noch fehlt. In einem riesigen, neueröffneten Einkaufstempel kaufen wir Brot und ein paar Kleinigkeiten, wir brauchen aber fast eine Stunde, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Weiterfahrt über den Col de Vizzavona und talwärts Richtung Corte. Eisenbahn, alte und neue Strassenbrücke überbrücken mit dem Pont du Vecchiu die Schlucht. Morgen wollen wir mit der Bahn diese Strecke fahren.

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So erreichen wir Corte und die Suche nach einem Campingplatz beginnt. Zielgenau führt uns das Navi zur Einfahrt, aber oh Schreck, die Einfahrt in den Campingplatz Chez Bartho ist viel zu eng. Also neue Suche, diesmal per Rad. Wir entscheiden uns für den Alivetu, im Wissen das das Preis- / Leistungsverhältnis eine mittlere Katastrophe ist.

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Aber die Lage passt, in der Nähe des Städtchens und des Bahnhofs für morgen.
Für einmal mit den Rädern und nicht mit dem Roller besichtigen wir Corte. Hoch auf dem Felsen trotzten die frühen Bewohner den Angreifern, hier waren sie sicher.

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Auf dem Platz treffen wir Aargauer, Solothurner und ein Paar aus Belgien an, so ergibt sich ein Schwatz am anderen, gehört auch zu den Ferien.

 

 

Sonntag 16. September 2018

Und erstens kommt es anders als zweitens als man denkt. Als wir am Bahnhof die Tickets für die Bahnfahrt nach Ajaccio lösen wollen, erklärt uns der freundliche Schalterbeamte, dass der Zug etwa eine Stunde Verspätung hat. Kurze Lagebesprechung, Übung Einsenbahn abgebrochen. Zurück zum Campingplatz, Roller fahrbereit machen, wir erkunden das Restonica Tal. Zu hinterst im Tal bezahlen wir 3 Euro Parkplatzgebühr, dafür dürfen wir bis zum Ende der Teerstrasse fahren. Mit Wanderschuhen ausgerüstet nehmen wir den Weg zum Lago de Melo unter die Füsse. Wir schaffen es nicht bis ganz nach oben, der Weg führt über Stock und Stein und der Schlussaufstieg ist sehr happig. Trotzdem sehr eindrücklich die Wildheit der korsischen Natur erleben zu dürfen. Auf der Rückfahrt geniessen wir nochmals die Schönheit dieses Tals.

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Wie üblich und bei vielen anderen Menschen auch meldet sich bei Einbruch der Abenddämmerung der Magen, sprich der will noch mal was futtern. Spontane Idee, wir gehen in die Pizzeria U Fragnu, gemäss Tripadvisator Nr. 1 in Corte. Für 9 Euro erhalten wir eine prima Pizza und zusammen mit einem halben Roten und Mineral zahlen wir 25 Euro. Hat gut geschmeckt, können wir empfehlen. Auf dem Heimweg knipse ich mit dem Stativ noch die Nachtbeleuchtung der Burg. Kleineres Problem bei der Auffahrt zum Camping, das Tor ist bereits geschlossen. So schleppen wir unsere Räder die Treppe hoch, Abendfitness bereits erledigt.

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Montag 17. September 2018

Beim Entrichten des Entgelts für die Campingplatzbenützung lernen wir die Ausbeutung von ahnungslosen Touristen kennen. Euro 71.80 für eine Absteige 5. Klasse! Sogar den Anhänger des Rollers findet man auf der Rechnung, als Boot getarnt. Ja, wer Corte besuchen will muss den Geldbeutel öffnen, schade. Es war der teuerste Platz bis jetzt in den letzten 3 Wochen mit Minimum an Gegenleistung. Alte Sanitäranlagen, lauwarmes Wasser, Entsorgungsstelle mit Lieferwagen blockiert. Der Platz unter den Olivenbäumen passt und ist in der Nacht wenigstens ruhig.
Wir fahren ohne Rast bis Bastia zum Camping Les Sables Rouges, etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt. Schöner Platz, direkt am Meer, auch 26 Euro, aber etwas akzeptablere Verhältnisse. Nur der Dieselzug, der etwa alle 20 Minuten vorbeifährt, lässt uns fast vom Stuhl springen, weil wir meinen ein Formel 1 Ferrari donnere daher!

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Eigentlich war nochmals ein Strandtag geplant, doch plötzlich höre ich Donnergrollen. Ein «Gewitterchen» ist im Anzug, so verzögert sich das Baden im Meer um 2 Stunden. Auch das Fischen bringt keinen Erfolg, so gibt es zum z’Nacht ein Raclette mit französischem Käse, das schmeckt perfekt.

 

 

Dienstag 18. September 2018

Der Tag der Rückreise nach Genua bricht an. Während ich in der Bäckerei Baguettes hole macht Marianne Frühschwimmen im Meer bei herrlichen Bedingungen. Pünktlich wie eine Schweizer Uhr sind wir 2 h vor Abfahrt am Hafen, wird von Moby Line ausdrücklich so verlangt.

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Wir warten dann gut 5/4 Stunden, überbrücken die Zeit mit Frühstück. Die Fähre legt dann etwa 15 Minuten zu spät los, ein älteres Paar aus Italien kommt noch im letzten Moment auf das Schiff. Ein letzter Blick auf Bastia, Korsika, das war’s für die nächsten Jahre, restlose Begeisterung tönt anders als bei uns.

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Vielleicht haben wir zu viel erwartet. Was wurde uns vorgeschwärmt von der Insel. Traumstrände, eindrückliche Landschaft, Natur pur, und, und, und. Die Insel wird nicht gepflegt, eine einzige Baustelle für Strassensanierung haben wir angetroffen. Viele Einheimische lassen es dich spüren, dass Touristen nicht willkommen sind. Dabei wären sie auf Geld angewiesen, denn das Leben hier ist nicht unbedingt billig, im Gastrobereich fast Schweizer Preise. Sie möchten ihre Insel für sich. Die Ortsbeschriftungen sind immer auf Französisch und Korsisch angeschrieben. Französisch ist immer verschmiert und nicht lesbar. Entweder du sprichst ihre Sprache, wenigstens ein wenig. Aber Hilfe bekommst du nicht, ist ihnen egal, wenn du es nicht verstehst. Da lobe ich die Italiener, die erklären es dir mit Händen und Füssen und allerlei Gesten. Über die Autofahrer auf der Insel äussere ich mich nicht mehr, das sind teilweise Kriminelle. Blumen und Kerzen an den Strassenrändern erinnern an die Unglücke, als der Überholweg zu knapp wurde.
So geniessen wir gut 7 Stunden Fähre auf der Mobby Livorno. 18 Uhr Genua, leider wurde es fast 19 Uhr bis wir wieder selber mit unserem Gefährt loslegen können. Die Einfahrt in den Hafen bei Abenddämmerung war schön, ein paar Eindrücke davon.

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Die Fahrt durch die Stadt im Feierabendverkehr war dann ein besonderes Erlebnis. Links und rechts wirst du von Rollern überholt, ein Gedränge pur, Ursache Brückeneinsturz der Autobahn. Ein Deja vue mit meinem Kreisel gibt es auch noch, ja bei Tageslicht ist alles klar wie der Hase läuft, sofort weiter, sonst droht Verhaftung! Wir schaffen es dann unbehelligt Richtung Autobahn, wenn auch eine Auffahrt später, die Abzweigung kam zu schnell und ich war auf der falschen Spur.
Unser ausgesuchter Übernachtungsplatz in Spotorno fanden wir, doch war ein paar Minuten vor 8 Uhr das Tor geschlossen. Pech, die Verspätung lässt grüssen. 1 km später übernachten wir auf einem Parkplatz an der Via Aurelia, direkt mit Meerrauschen.

 

 

Mittwoch 19. September 2018

Morgenstund hat Gold im Mund oder wie wär’s mit einem romantischen Sonnenaufgang? War schon etwas lärmig letzte Nacht. Trotzdem schliefen wir mehr oder weniger ruhig. Herz, was willst du mehr als fast direkten Meeranschluss?

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Unser Weg führt uns die nächsten Km auf der Via Aurelia direkt am Meer entlang, bis wir wieder auf die Autobahn einschwenken und auf direktem Weg nach Villeneuve Loubet den Camping Park Maurettes aufsuchen. Wunderschön gelegen, direkt mitten in der Stadt, Terrassenförmig angelegt, einfach perfekt, hier passt es für uns.

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Einrichten, Duschen und schon werden wir von Gusti abgeholt. Wir besuchen ihn und Hedi auf dem Boot am Hafen, wo wir einen gemütlichen Abend verbringen.

 

 

Donnerstag 20. September 2018

Auf Empfehlung unserer Tochter Manuela besuchen wir heute Saint Paul de Vence. Schon die Aufreihung der Busse lässt erahnen, die Besichtigung dieses Städtchens muss sich lohnen. Wir werden nicht enttäuscht, in den engen Gässchen stellen zig Künstler ihre Werke aus. Auf dem Hügel, umgeben von einer Mauer waren die Bewohner vor feindlichen Angriffen geschützt. Heute müssen sie sich mehr von den Heerscharen von Besuchern schützten, aber die vielen Gastrobetriebe leben auch von den Touristen.

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Den Abend lassen wir am Hafen bei gutem Essen in gemütlicher Runde ausklingen.

 

 

Freitag 21. September 2018

Nach schwülwarmer Nacht, oder war es das üppige Essen, starten wir motorisiert mit Roller Richtung Nizza. Zuerst fahren wir zum Mont Boron hoch und erblicken in der Bucht von Villefranche-Sur-Mer ein Kreuzfahrtschiff, das hier ankert. Traumhaft der Blick Richtung Monaco und auch Richtung Nizza.

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In Nizza besteigen wir mit dem fahrbaren Untersatz den nächsten Hügel, den Colline du Château. Auch hier begeistert der Blick auf die Stadt am Meer und dem Strand.

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Zum Richtig die Stadt kennen lernen ist es uns heute aber zu heiss. Aber ein paar erste Eindrücke haben wir gewonnen, es macht Lust auf mehr.

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Zurück in abenteuerlicher Fahrt (rechts und links überholen / stehende Kolonne überholen / kein Geschwindigkeitslimit) im Feierabendverkehr Richtung Villeneuve-Loubet. Marianne gönnt sich noch ein Bad im Meer, logisch, die Fahrt kostet ein paar Schweisstropfen. Mich dürstet langsam aber sicher, drum ab in den Hafen, Gusti hat uns ein Bier kaltgestellt. Imposant die ganze Überbauung rund um den Hafen. Hat der Bank Lyonaise das Leben gekostet, sprich Konkurs. So klingt auch dieser Abend bei Pizza und etwas Flüssigem aus, die Heimfahrt nehmen wir bereits bei Dunkelheit in Angriff. So ein 2-Rad hat schon ein paar Vorteile, Rechtsabbiegeverbote sind da schnell ignoriert! Aber halt, ich passe meine Fahrweise nur den Einheimischen an, kann Marianne bestätigen.

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Samstag 22. September 2018

Als letzte der Côte d’Azzur Stationen ist heute noch Antibes auf dem Programm. Gefällt mir spontan sehr gut, nicht zu gross, man behält den Überblick, schöne Gässchen und Strassenbeizchen. Auch Marktstände fast an jeder Ecke, Kleider, Antiquitäten (kein Flohmarkt wie ich irrtümlich meinte), Markthalle mit allem was dein Herz an Spezialitäten begehrt. Kurz und bündig, es passt, wir kommen wieder.

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Leider wachsen auch die Ferienbäume nicht endlos in den Himmel, morgen heisst es packen und ab nach Hause, am Montag warten bereits wieder die ersten Termine. Wieder einmal durften wir eine fantastische Zeit miteinander verbringen, vive la France, wir haben nach dem negativen Erlebnis vor vielen Jahren Frieden mit dir geschlossen.

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