Slowenien / Kroatien 2021 Teil 4

 

Reise vom 13. August - ca. ende September Ziel Kroatien

Montag, 13. September 2021

Nach dem obligaten Frühschwimmen in der kleinen Bucht beim Camping verlassen wir Oaza Mira und steuern weiter südwärts zu mit unserem Womo.

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In Šibenik tätigen wir im Spar noch Einkäufe, bevor wir den Campingplatz Marina in Lozovac ansteuern. Wir treffen kurz nach Mittag ein und schon eilt die Besitzerin herbei. «Reserviert?» Nein, oh da müssen wir schauen. Wir finden noch ein Plätzchen direkt neben dem Sanitärhäuschen, Glück gehabt. Es sind viele Kurzbesucher hier, die schnell den Krka-Nationalpark besuchen wollen.

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Direkt hinter uns, sozusagen Hinterteil an Hinterteil ist auch ein Aargauer Womo parkiert. Ein Paar aus Safenwil ist für 3 Wochen unterwegs und fährt mit den Velos zum Parkeingang. Wir haben es da besser, wir bewältigen die paar Kilometer mit dem Roller, den es geht noch happig wieder die Steigung hinauf auf dem Rückweg.

Unsere Besichtigung für heute starten wir in Skradin, mit dem Boot steuern wir zu den untersten Wasserfällen in der Skradinski Bucht. Ein Rundgang von etwa 2 h zeigt uns die Naturschönheiten des wohl bekanntesten der 7 Wasserfälle der Krka.

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Dienstag, 13. September 2021

Den zweiten Teil des Nationalparks erkunden wir mit dem Roller. Gestern Abend habe ich noch aufwändig alle möglichen und unmöglichen Aussichtspunkte im Navigationsgerät des Rollers einzugeben, kein leichtes Unterfangen, da nicht unbedingt Strasse zu den Plattformen oben an der Schlucht führen.
Der erste Punkt findet sich noch einigermassen problemlos, ist sogar noch beschildert und beim Aussichtspunkt hat es sogar noch einen Veloständer. Wenn das nicht komfortabel ist! Herrlich der Blick in die Schlucht des Čikola, ein Nebenfluss des Krka.

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Bei der Rückfahrt entschliesse ich mich noch etwas weiter westlich zu fahren, mein eingegebener Punkt wäre eigentlich nicht hier gewesen. Tatsächlich, wieder ein Hinweis zum Aussichtspunkt 2, genau den habe ich gesucht. Uns präsentiert sich eine fantastische Aussicht auf den ersten grossen See des Krka vor den Wasserfällen der Skradinski Bucht. Per Zufall steuert noch ein Ausflugsboot durch die schmale Öffnung, perfektes Timing.

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Wenn man durch die Ebene über der Schlucht fährt, finden sich ab und zu etwas Landwirtschaft oder alte Industriebrachen. Meistens gibt es nur mannshohe Sträucher und viel abgedorrtes Gras, der heisse Sommer hinterlässt Spuren. Heute lebt dieser Teil der Bevölkerung entweder vom Tourismus oder von der EU.

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Unsere Fahrt führt ins tiefer in die Schlucht des Čikola. Den Weg zur Burg Ključica finden wir nicht, wir fahren querfeldein durch Schotterwege, kein Hinweis, nichts. So sehen wir die verfallene Ruine nur von weitem, der Blick in den Talausschnitt entschädigt alleweil. Meine spätere Recherche im Internet zeigt dass ein Besuch recht aufwändig und auch gefährlich ist.

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Nächstes Ziel, neue Chance. Auf abenteuerlichen Wegen über Stock und Stein finden wir nach 3 Versuchen unser Ziel. Von hier aus erblicken wir die Insel Visovac. Ich gebe es zu, wie sagt Marianne immer, der Weg ist das Ziel, aber ehrlich, der Weg war sehr beschwerlich. Wenn uns hier ein Bär, Wildschweine oder Giftschlangen über den schmalen Weg entgegengekommen wären, ja, dann hätte ich diesen Bericht nicht mehr schreiben können!

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Ab jetzt keine Abenteuer mehr, unser Weg führt auf schön geteerten Strassen zu den Roški Slap Wasserfällen. Auf dem Weg blicken wir nochmals auf die Insel Visovac mit Kirche. Einen Besuch lassen wir entfallen, sehen gerade kein Boot an der Anlegestelle.

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In Roški Slap parkieren wir und suchen die Wasserfälle. Nicht so einfach, da zu wenig Wasser! In einfachen Steinhäusern wird an lauschigen Plätzchen Speis und Trank serviert, wir stärken uns ebenfalls für weitere Taten. Früher dienten diese Häuser mit den Wasserfällen als Waschanlagen. Ja früher, da gab es noch keine Miele, Electrolux!

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Nach über 40 Ehejahren lässt mich Marianne stehen und geht eigene Wege! Keine Angst, halb so schlimm. Nach ihrem Toilettenbesuch erblickt sie mich nicht und läuft zum Parkplatz. Meine Wenigkeit wartet und wartet, und wenn er nicht nach 30 Minuten sich auf die Suche seiner Ehefrau gemacht hätte, die treue Seele würde immer noch auf seine Angetraute warten! Vermutlich bin ich doch etwas dünner geworden in den letzten Tagen, dass mich Marianne nicht mehr gesehen hat!
Für ein Foto der terassenförmigen Wasserfälle erklimme ich einen Aussichtspunkt. Recht steil und etwas rutschig der Felsweg. Aber was macht man nicht alles für ein passendes Bild! Wir beenden gemeinsam den Rundweg und nach kleiner Stärkung nach diesen Wanderstrapazen ist das nächste Ziel das Kloster Krka.

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Gut beschildert finden wir diesen Punkt problemlos. Wie bei jeder Sehenswürdigkeit stehen, respektive Sitzen, Parkwächter, die das Eintrittsticket kontrollieren. Das Kloster Krka ist ein serbisch-orthodoxes Kloster. Hier können junge Männer ab dem 15. Lebensjahr für 5 Jahre ihre Priesterausbildung absolvieren. Nachher suchen sie sich eine Frau, heiraten und erst dann werden sie zu Priestern geweiht. Gruss nach Rom zum Papst an dieser Stelle. Wir dürfen das innere der Klosterkirche mit einer Führerin besichtigen. Sie versucht mit ihren einfachen Deutschkenntnissen uns die wichtigsten Dinge zu erklären, besten Dank. Ja, wenn ich Marianne nicht mehr gefunden hätte am Mittag, vermutlich hätte ich mich gleich im Kloster eingeschrieben.

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Zum Abschluss des heutigen Tages, die Sonne neigt sich langsam dem Horizont entgegen, ist der Manojlovački Slap noch auf dem Programm. Es gibt zwei Wege, einen tief in die Schlucht, nahe zum Wasserfall, einen zum Aussichtspunkt oben. Wir wählen diesen, sind nach so vielen Besichtigungen doch langsam müde. Es lohnt sich, auch wenn wenig Wasser sich über den Felsen stürzt. Der eine Teil ist noch sonnenbeschienen, die Schlucht liegt bereits im Schatten.

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Auf dem Rückweg steht plötzlich ein Polizeiauto quer in der Strasse. Gesperrt, Waldbrand! Die Lösch-Flugzeuge und Rauchschwaden haben wir schon auf der anderen Talseite gesehen, so müssen wir umkehren und einen anderen Heimweg unter die Räder nehmen. Müde nach so vielen Eindrücken werfe ich mit letzter Energie den Grill an, Marianne ist mit Gemüse und Resten wärmen beschäftigt. Wir schaffen es gemeinsam und schon bald träumen wir von ………….!

 

Mittwoch, 15. September 2021

Aller guten Dinge sind 3, so steht heute der Besuch von Šibenik auf dem Programm, bevor es ein paar Tage Erholung am Meer geben soll, wenn das Wetter mitspielt. Mit dem Roller geht’s zügig stadteinwärts auf einer neueren Schnellstrasse. Da ich die Ausfahrt verpasse fahren wir weiter nordwärts und sehen eine Burg, die Festung Ivan, die aktuell saniert wird. Das wäre ein Ausblick von dort oben zum Fotos schiessen. Gesagat, getan, nur wo den richtigen Weg finden. Mit Hilfe des Navis kommen wir recht nahe, die letzten 300m geht’s zu Fuss bergauf bis zur Baustelle. Ein lohnender Blick auf die Festung, den Kanal Richtung Meer mit der St. Nikolas Festung im Hintergrund.

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Weiterfahrt Richtung Stadt, Parkplatz am Quai, Vorteil Roller, man muss eigentlich keinen Parkplatz suchen, nur schauen wo andere Roller stehen. Wie jede Stadt an der Küste erlebte Šibenik verschiedene Herrscher, die die Stadt verwalteten. Im September 1991wurde die Stadt von der jugoslawischen Volksarmee und serbischen Truppen heftigst angegriffen. Der kroatischen Armee gelang es jedoch die Stadt zu verteidigen, verschiedene Bombeneinschläge unter anderem bei der Kathedrale hinterliessen Schäden. Eigentlich kaum zu glauben, ich erinnere mich nicht an diese kriegerischen Auseinandersetzungen, feierten wir doch gerade 1991 700 Jahre Eidgenossenschaft. Die sozialen Medien und schnellen Infos über Handys gabs dannzumal noch nicht in diesem Umfang wie heute.
Wir besichtigen als erstes die Kathedrale Sveti Jakova mit den markanten Köpfen an der Fassade. Vor der Kathedrale befindet sich der Platz der Republik mit dem alten Rathaus.

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Nun schnaufen wir die Stadt hoch, die Festung ist das Ziel. Als Elektriker im Ruhestand sehe ich noch Arbeit an den verschiedenen Fassaden vor mir in den nächsten Jahren.

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Der Ausblick von der Festung lohnt sich, auch wenn für etwas Rundsicht 70 Kuna hingeblättert werden müssen. Man kann ja alles mit der Karte bezahlen, so hat man immer noch gleich viel Geld im Sack! Marianne verzichtet, wie etwa jeder zweite auf die Bezahlung des Eintritts, sie kann ja später meine Fotos sehen.

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So «viele» Höhenmeter machen hungrig, Marianne hat ausserhalb der Stadt das Restaurant «Dalmatinisches Dorf» recherchiert, das wir nun ansteuern. Gemäss Navi halten wir vor der Einfahrt zu einem 4 Stern Hotel, das ist es wohl eher nicht. Mit perfekter kroatischer Zeichensprache und einem Bild werden wir durch die Hotelanlage geführt, gleich nebenan ist das gesuchte Objekt. Wirklich ein lohnenswerter Besuch dieses Juwel, erinnert fast ein wenig an Ballenberg im kleinen Stil.

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Die Küche ist wirklich hervorragend, Meeresfrüchtesalat und Ravioli an exzellenter Spinatsauce als Vorspeise, Fischplatte zum Hauptgang. Sehr zu empfehlen! Wir kehren nochmals ins Städtchen zurück und schlendern noch etwas durch die engen Gassen. Der Besuch des Museums der Kathedrale ist im Eintrittspreis inbegriffen, leider halt nur Englisch und Kroatisch beschrieben. Lohnt sich aber auch für uns, ist mit Bildern und Filmdokumenten sehr gut gestaltet. Zurück am Hafen schauen wir den grossen Segeljachten zu, die gerade anlegen, gönnen uns noch ein Schlückchen und fahren dann zurück zum Camping. Den Abend verbringen wir mit einem Paar aus Hünenberg, Marianne hat ihnen unser 3-tages Ticket für den Krka-Nationalpark geschenkt. Als Gegenleistung offerieren sie uns einen kroatischen Radler und mit gegenseitigem Erzählen von Reiseerlebnissen ist es bald spät und Zeit für Nachtruhe.

 

Donnerstag, 16. September 2021

Unsere Reise führt uns weiter südwärts Richtung Split. Wir bleiben auf der Küstenstrasse, die Autobahn sparen wir uns für die Rückreise. Auf einem Rastplatz genehmigen wir uns Frühstück, Brot habe ich in einer Pakernica gekauft. Es gab gerade mal 3 Brotsorten, helles lang, helles rund und gemischte Körner lang. Als Zugabe kaufte ich noch 2 Blätterteiggebäcke mit Konfitüre, sonst gab es noch Pizzastücke und salziges Gebäck. Keine Cremeschnitten usw., denn während den heissen Sommermonaten kauft hier doch niemand leckere Süssgebäcke wie in der Schweiz, da ist Gelati gefragt. Der Parkplatz bietet einen schönen Ausblick auf die Insel Krapanj, während Marianne meine Unschuld raubt und mir die Haare schneidet. Nun darf ich wieder unter die Leute, meint sie lachend.

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Auf der gut 60 km langen Fahrt der Küste entlang sehen wir Primošten, hübsch, der Flecken auf einer Halbinsel. Erkunden wir vielleicht mit dem Roller, mal schauen. So um 13 Uhr treffen wir im Camping Belvedere in Seget Vranjica ein. Die letzten Erlebnisse mit gut gefüllten Plätzen lehren uns, dass ein frühes Eintreffen vorteilhaft sein kann, wenn es um einen guten Stellplatz gehen soll. Auch hier ist es so, auf der Liste sind gut eine Hand voll Plätze, die nicht reserviert sind oder bezogen werden in den nächsten Tagen. Bald beginnen schon wieder Herbstferien. Der Platz ist Terrassenförmig angelegt und weisst sich 300 Plätze und einige Bungalows auf. Uns gefällt es und entsprechend bald sind wir wieder wohnlich eingerichtet.

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Ein kurzes Abkühlen im Meer überzeugt, das Wasser ist immer noch warm genug für mich, auch wenn der Liegeplatz am Strand nicht berauschend ist. Nur ein paar Meter Kiesstrand, abfallend bis zum Meer, die letzte Hürde ein Mäuerchen, das vor den hohen Wellen bei Sturm den Strand schützt. Dafür gibt es unter den Bäumen schöne Schattenplätze.

 

Freitag, 17. September 2021

Der Morgen beginnt mit Blitz und Donner, ein Gewitter zieht über uns her. Da wir heute eh einen Ruhetag mit Lesen, Essen und Geniessen einschalten, kümmert uns das Wetter wenig.

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Gegen Mittag blickt bereits wieder die Sonne hinter den Wolken hervor, es wird schwülwarm. Da sag ich zu Marianne, pack die Badehose ein, nimm dein kleines Männchen an der Hand, wir gehen noch ein wenig schwimmen. Gewitterstimmung kommt langsam auf, die Wolken türmen sich, obwohl noch die Sonne scheint

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So wird es langsam Abend, duschen, Nachtessen, der ist bewölkt, in der Nacht soll es regnen. Ich staune immer wieder wie lange Männer duschen können. Während unser Nachbar aus Schaffhausen und ich nacheinander geduscht haben, sind die 4 restlichen Kabinen immer noch von den gleichen Männern besetzt und das Wasser läuft dauernd. Schon mal was von Wasser sparen gehört, liebe Männer! Die Frauen haben an so gut eingeweichten und sauberen Männern heute Abend sicher ihre helle Freude!

 

Samstag, 18. September 2021

Wiederum werden wir heute Morgen von einem kleinen Gewitter geweckt. Doch bis wir aus den Federn sind scheint bereits wieder die Sonne. Nach dem Frühstück starten wir unseren Tagesausflug per Rad in eines der grössten «Museen» der Welt, nach Trogir. Da die Stadt auf einer kleinen Insel gebaut wurde, blieb das Stadtbild erhalten. Die alten Häuser wurden saniert, heute präsentiert sich der Ort als pulsierende Touristenattraktion mit allen Vor- und Nachteilen. Nach üblichem prioritären Marktrundgang treten durch das Nord-Tor ein und lassen uns vom Menschenstrom mitziehen.

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So stehen wir bald auf dem Rathausplatz, Marianne stärkt sich mit Radler. Mich zieht es auf den Turm der Kathedrale, hier oben kann man ringsum Städtchen und Landschaft fotografisch in Erinnerung behalten.

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Die Kathedrale Sv. Lovro, auf Deutsch Laurentius, gebaut zwischen dem 13. Und 16. Jahrhundert, ist natürlich die Hauptsehenswürdigkeit von Trogir. Beeindruckend das romanische Hauptportal mit den Löwenfiguren sowie weiteren biblischen Gestalten. Im Innern beeindrucken die Marmorkanzel sowie das gotische Chorgestühl. Der Turm wurde zuletzt gebaut.

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Vis à vis des Hauptportals steht der Cipiko-Palast, südlich das Rathaus und westlich wird der Platz von der Loggia mit dem Uhrturm abgeschlossen.

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Unser Rundgang führt uns auf die Westseite wo Schiffe auf ihre Reisegäste warten. Sie verdecken fast den Blick auf die kleine Loggia, das Seetor, den Lucic-Palast und das Dominikanerkloster. Das Kastell Kamerlengo ist dann aber nicht zu übersehen, mächtig präsentiert es sich bei der Hafeneinfahrt und lässt erahnen, hier war und bin ich der Chef.

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Unsere Velofahrt führt uns über die neue Brücke, die zur Insel Ciovo führt, wieder zurück zum Eingang. Kleine Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen. Auf der Rückfahrt präsentiert sich uns das Meer mit Trogir und den vorgelagerten Inseln in traumhaften Farben.

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Sonntag, 19. September 2021

Nachdem in der Nacht wieder ein paar Regentropfen gefallen sind, strahlen schon bald die Sonne und alle Feriengäste um die Wette. Die kleinen Kinder der beiden Familien eine Etage tiefer sind aber schon bald wieder müde, sie schreien um die Wette. Wir packen Badesachen zusammen und fahren mit dem Roller nach Primošten. Etwas südlicher davon auf einer Anhöhe verkauft auf einem Parkplatz ein Mann Olivenöl und sonstige Produkte, hier machen wir Stopp und schiessen ein Foto vom Städtchen, das auf einer Halbinsel liegt.

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Wir schlendern durch die Gassen, zur Kirche hoch. Der Ort ist sehr touristisch ausgerichtet, zahlreiche Konobas und Bars weisen überall mit Menükarten darauf hin. Entsprechend teuer sind auch die Getränke, wir bezahlen für Radler und Mineral das Doppelte als im Landesinnern. Unser Ziel war aber noch etwas Strandleben zu erleben, wir finden zwei wunderschöne Strände, die windgeschützt spiegelglatten Badeplausch zulassen. Genau so wünsche ich mir eigentlich das Meer, schön warm, wenig Wellen und ab und zu was für die Augen oder den Magen!

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Nachdem wir telefonisch mit Ivo, Stadtführer aus Split, telefonisch für Dienstag eine Führung vereinbart haben, entscheiden wir uns morgen Montag weiterzureisen. Der Platz ist schön und ruhig, aber der schmale Strand lädt nicht zum Bleiben ein, irgendwie stimmt das Gesamtpaket hier nicht so für uns.

 

Montag, 20. September 2021

Die Fahrt führt uns Richtung Split. Die Stadt wird grosszügig auf einer 4-spurigen Strasse umfahren, trotzdem wird uns hier bewusst, dass wir nicht alleine unterwegs sind. Auf der Gegenseite sehen wir den ersten Unfall, Blechschaden, seit Beginn der Reise. Omiš liegt an der Mündung der Cetina und zählt etwa 15'000 Einwohner, die hier hauptsächlich vom Tourismus leben. Bereits vor Mittag beziehen wir einen Platz auf dem Camp Galeb. Um diese Zeit haben wir noch viel Auswahl, am Abend sind wieder fast alle Plätze besetzt. Wir erkunden mit den Rädern mal die nähere Umgebung und staunen wie viele Häuser in der Innenstadt schön fertig gebaut oder restauriert sind. Meistens in den Städten ist das Erdgeschoss mit den Läden und Restaurants gut erhalten und die Wohnräume darben eher dahin.

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Der Strand ist sehr gross und die wenigen Leute verteilen sich auf Liegestühlen oder liegen im sehr feinen Kies. Das Ufer ist flach abfallend, entsprechend ideal für Familien mit Kindern, sie können weit hinauslaufen im Wasser bevor man schwimmen muss.

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Dienstag, 21. September 2021

Gut 30 km Fahrt auf der Adriatica Magistrale bis Split. Gestärkt mit Cappuccino und kleiner Süssigkeit treffen wir punkt 10 Uhr Ivo, unseren Führer für die nächsten knapp 2 h. Er ist in Deutschland geboren und kam 1984 mit 12 Jahren zusammen mit den Eltern zurück nach Kroatien, dannzumal noch Jugoslawien.

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Zusammen mit ihm besichtigen wir den Diokletian-Palast, eigentlich die Hauptsehenswürdigkeit von der zweitgrössten Stadt Kroatiens mit gut 170'000 Einwohner. Im Jahre 300 liess der römische Kaiser Diokletian diesen Palast bauen, quasi als seine Altersresidenz, nachdem er freiwillig aus seinem Amt als Kaiser zurücktrat. Der Palast wurde in den Jahrhunderten diverse Male umgebaut, seit 1979 gehört er zum UNESCO Weltkulturerbe.

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Die Kellerräume wurden erst im letzten Jahrhundert wieder entdeckt, als man den ganzen Abfall der letzten 1000 Jahre entrümpelte, der sich angesammelt hatte. Danke dem ganzen Abfall blieben die Räume gut erhalten und man fand viele Hinweise auf die Geschichte des Palastes.

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Der Glockenturm der Kathedrale wurde erst später gebaut und war erst im 16. Jahrhundert fertig. Der Standort der Kathedrale war ursprünglich das Mausoleum von Kaiser Diokletian. Da es so massiv erstellt wurde, konnte man es nicht abreissen und baute es im verlaufe der Jahrhunderte immer weiter um zum heutigen Sitz des Erzbischofs von Split.

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Das Peristyl, ein Hof der ringsum von Säulen getragen wird, besteht zum Teil aus Säulen, die bei einem der römischen Feldzüge aus Luxor gestohlen wurden. Man fragt sich ja wie all die Teile transportiert wurden.

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In der Altstadt leben nur noch wenige Einheimische. Sanierungen von Wohnungen in diesem Weltkulturerbe sind sehr kostspielig, das können sich die Einwohner nicht leisten. Ein Freund von Ivo wohnt noch in sehr einfachen Verhältnissen in einem dieser alten Gebäude.

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Heute steht in den kroatischen Medien geschrieben, dass sich die Einwohnerzahl des Landes ständig verringert. Viele junge, gut ausgebildete Leute wandern ab in Länder mit wesentlich höherem Lohnniveau, als Beispiel sicher auch die Schweiz. Ja, viel zu schnell geht die Zeit um und wir verabschieden uns von unserem Stadtführer, es war sehr kurzweilig und interessant ihm zuzuhören. Nach kleiner Stärkung spazieren wir noch etwas durch die engen Gassen, genehmigen uns eines der besten Gelatis in der Gelateria Emiliana. Hier wird die Glace noch vor Ort selber hergestellt mit all den feinen Aromen.

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Wettbewerbsfrage: Wie viele Bankomaten gibt es in Kroatien? Wir schätzen bald gleichviele wie Einwohner, auf jeden Fall innerhalb ein paar Meter gibt es meistens mehrere davon. Gemäss Ivo sollte nächstes Jahr Kroatien zum Euro wechseln können, mal schauen ob es dann immer noch so viele Automaten hat. Die Ladenbesitzer verdienen sicher 100 Euro im Monat als Miete, wenn sie den Platz zur Verfügung stellen. Geldbezug in Kroatien heisst Geld abheben und hohe Gebühren an die Bank überweisen. Nun ja, bezüglich Banken und Gebühren müssen wir Schweizer uns ja nicht brüsten. Das frisch gewaschene Geld wird dann mit den dazugehörigen Klimaanlagen luftgetrocknet!

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Mittwoch, 22. September 2021

Unser Ziel für heute ist klar gegeben, 1762 Höhenmeter liegen vor uns, der Piz Jure im Biokovo Massiv mit der Skywalk Aussichtsplattform gilt es zu erklimmen.

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Bergschuhe, Verpflegung und was es so alles benötigt für so eine Tour. Motorradhelm und windgeschützte Kleider sind noch wichtiger, der Bora bläst ziemlich stürmisch. Natürlich besteigen wir diese Aussichtspunkte nicht zu Fuss, dafür haben wir einen fahrbaren 2-Rad Untersatz. Entlang dem Omiskogebirge erleben wir den ersten Tiefblick ins blaue Meer bei der Vrulja-Bucht.

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Nach Makarska steigt die Strasse an, bald erreichen wir das Zahlhäuschen, wo der Eintritt, 60 Kuna pro Person, für die Besichtigung bezahlt werden muss. Mit dem Roller müssen wir nicht Schlange stehen bis die Fahrzeugkolonne sich bergwärts bewegen darf. Der nette Parkwächter wünscht uns gute Fahrt nicht ohne nochmals auf den heftigen Wind oben auf dem Berg aufmerksam zu machen. Zuerst noch im Wald, später in der Steinlandschaft schlängelt sich die schmale Strasse in vielen Serpetinen den Berg hoch. Bei der Aussichtsplattform stoppen wir und getrauen uns auf die Glasplatte hinaus den Blick in die Tiefe zu wagen. Das Herz schlägt schon etwas schneller, aber echte Schweizer Bergziegen kennen keine Höhenangst.

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Leider überzieht der blaue Himmel sich immer mehr mit dunstigem Gewölk, trotzdem nehmen wir die restlichen 13km bis zum Gipfel unter die Räder, begleitet von vielen Radfahrern, die sich da den Berg hoch quälen. Sieht organisiert aus, unterwegs und auf dem Gipfel hat es Verpflegungsposten. Wir bauchen keine Verpflegung, der Tank wurde vor Abfahrt gefüllt! Oben präsentiert sich uns ein grandioser Ausblick, leider nicht mit der erwartet guten Fernsicht, aber der Eindruck bleibt uns in Erinnerung, ein weiterer Höhepunkt unserer Reise.

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Die Fahrt führt den gleichen Weg zurück. In Makarska suchen wir den Campingplatz, wir wollen ab morgen noch ein paar Tage dort am Meer verweilen und das süsse Nichtstun geniessen. Wir reservieren einen Platz und sind gespannt auf morgen ob alles klappt.

 

Donnerstag, 23. September 2021

Schon frühmorgens packen wir unsere Siebensachen und fahren ein letztes Mal südwärts vor der Heimfahrt. Den Camp Galeb hier in Omiš gefällt uns nicht. Er liegt zwar schön am Meer, aber die Plätze sind sehr monoton nebeneinander in dichtem Abstand angeordnet. Die Sanitäranlagen werden mehrmals im Tag gereinigt, da gilt es nichts auszusetzten. Aber der Platz wird nicht unterhalten. Defekte Duschanlagen, Wasserhähnen die gar nicht mehr funktionieren, Aufhängevorrichtungen in den Duschen alle abgebrochen, es ist niemand da der sich um solche Sachen kümmert und repariert. Auf der Fahrt erleben wir den Nordostwind, hier Bora genannt, hautnah. Es schüttelt unser Gefährt richtig durch. Der Wind peitscht das Meer auf, es entstehen Gischt Wolken.

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Kurz nach 9 Uhr treffen wir auf dem Camp Riviera in Makarska ein, die nette Frau an der Rezeption erkennt uns sofort und sagt nur 83, alles paletti! Neben uns ein holländisches Paar, nicht sehr gesprächig, sie grüssen uns kaum. Eigentlich unüblich unter Campern, mindestens freundlich Grüssen ist angebracht. Schnell sind wir eingerichtet, aber bei diesem Wind streichen wir das Baden im Meer, Lesen und Einkäufe tätigen prägen den Tagesablauf.

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Freitag, 24. September 2021

Windstill, strahlend blauer Himmel, keine Wellen auf dem Meer, so stelle ich mir die letzten Spätsommertage vor, bevor wir zurück in unsere Heimat fahren und dann vermutlich mehr grau statt blau sehen werden.

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So lassen wir uns noch etwas D Vitamine von der Sonne auf die Haut brennen. Das Nachtessen, heute selbstgemachte Lasagne, nehmen wir etwas früher ein und spazieren noch der Promenade am Meer entlang. Der Sonnenuntergang präsentiert sich wieder einmal mehr romantisch, das muss festgehalten werden für die Winterträume zu Hause.

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Die nächsten Tage verbringen wir hier in Makarska und lassen die Seele baumeln, bevor wir unseren Heimweg antreten.