Teil 5 Rundreise Marrakesch - Marrakesch mit Familie

Rundreise Marrakesch - Marrakesch mit Familie

Montag 15. Dezember  Essaouira – Marrakesch

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Zurück über die Holperpiste bis zur Hauptstrasse N8. Kurzer Zwischenhalt bei der Frauen Arganöl Kooperative in Afous. Fatita erklärt uns auf Deutsch die verschiedenen Produktionsabläufe der Arganfrucht. Interessant und spannend zu erfahren welch grosser Aufwand für die Gewinnung von Arganöl und den verschiedenen Produkten betrieben wird hier in der Frauenkooperative. Etwa 30 kg des Fruchtfleisches der Arganfrucht ergibt ein Liter Arganöl, was auch den hohen Preis rechtfertigt. Die Verarbeitung ist seit jeher Frauensache und ermöglicht ihnen und der Familie ein zusätzliches Einkommen. Infos über Arganöl auch bei Hinterauer, siehe pdf.

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Die Fahrt nach Marrakesch bei wolkenverhangenem Himmel durch karge Gegend verläuft trotzdem abwechslungsreich. Marktfahrer mit ihren Eselwagen säumen unsere Fahrt zum Camping Le Relais. Zwischendurch ein Regenschauer, bei Ankunft auf dem Camping sieht unser Womo wie ein Rallyfahrzeug bei Schlammfahrt aus!

 

Dienstag 16. Dezember  Marrakesch Medersa Ben Youssef

Trotz zeitweiligem Regen starten wir mit Weibels zusammen per Taxi unsere Marrakesch Erkundung. Arik, unser Taxichauffeur fährt uns durch das Verkehrschaos mit Taxis, vielen 2-Rad Piloten, Pferdekutschen und alles was sich irgendwie bewegt zum Djamâa el-Fna, dem Platz der „Geköpften“. Um die Mittagszeit ist hier noch nicht viel los, wir steuern direkt auf ein Caféhaus zu und genehmigen uns ein Nes-Nes (halb Kaffee-halb Milch). Unter der Führung von Uschi steuern wir durch die Souks, wir hätten vermutlich den Ausgang niemals mehr gefunden!
Die Medersa Ben Youssef, einst grösste und bedeutendste Koranschule, ist unser Ziel für heute Nachmittag. Mit grossem Aufwand wird das Gebäude renoviert. Unglaublich die Arbeit, die man hier leistet, alles wird fein säuberlich in stundenlanger Handarbeit original restauriert.

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Köbi feiert heute seinen 69. Geburtstag, so werden wir zum Nachtessen eingeladen und dürfen mit ihm in kleinem Rahmen fein dinieren. Das Taxi bringt uns zu später Stunde wieder auf den Campingplatz zurück.

 

Mittwoch 17. Dezember  Marrakesch Bahia-Palast und Judenviertel Mellah

Nach intensiven Regenfällen verziehen sich die Regenwolken nach dem Mittag und spontan entschliessen wir uns zusammen mit Weibels per Taxi in die Stadt zu fahren. Nach Rücksprache mit den Muotathaler Wetterschmöckern soll es nicht mehr regnen. Kaum habe ich das in der Runde vermittelt, suchen wir einen Unterschlupf, der uns von den Regentropfen schützt! Entsprechende Kommentare lassen nicht lange auf sich warten, doch ein paar Zeigerumdrehungen guckt bereits die Sonne durch die Wolken. Als erstes besichtigen wir den Bahia-Palast. Welch Prunk und unglaubliche Ausstattung im laufend renovierten Gebäude, da staunen wir schon ein wenig. Der Alouiten-Sultan Moulay Abdelaziz soll hier mit 4 Frauen und 80 Konkubinen gelebt und residiert haben. Bei so viel Frauen-Power hatte er vermutlich nicht mehr viel zu sagen und genoss dafür das Leben mit seinem Harem.

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Mitte des 16. Jahrhunderts wurde ein Judenviertel, die sogenannte Mellah in Marrakesch errichtet. Heute leben nur noch ca. 200 Juden in der Stadt. Wir besichtigen die Azama-Synagoge, wo die Geschichte der Juden hier in der Stadt vermittelt wird. Anschliessend besichtigen wir den riesigen Jüdischen Friedhof, echt beeindruckend.

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Nach so viel Kultur tauchen wir ins Leben von Marrakesch ein. Auf dem wohl berühmtesten Platz, dem Djamâa el-Fna, lauschen wir den Trommelklängen der Musiker und staunen ob der vielen Stände die Essen und Trinken anbieten. Gaukler spielen mit Affen, tagsüber hat es Schlangenbeschwörer, zig Fruchtsaftanbieter, Henna-Frauen die uns die Hand bemalen wollen, ein einziges Miteinander im Durcheinander. Wir sind gut vorbereitet und lassen uns nicht verführen. Auch Fotos schiesst man von Distanz oder gar nicht, sonst kostet es Dirhams!

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Donnerstag 18. Dezember  Ausflug Ourika Le Paradís du Safran

Zur Abwechslung mal mit dem Roller fahren wir südwärts dem hohen Atlas zu nach Ourika. Ziel ist das Paradís du Safran von Christine Ferrari. Schon auf der Hinfahrt bestaunen wir die verschneiten Berge bis tief in die Täler hinunter, es fühlt sich auch entsprechend frisch an.

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Christine hat dem Schweizer Wohlstandsleben tschüss gesagt und sich hier nach verschiedenen Rückschlägen und Enttäuschungen ihr Lebensparadies erschaffen. Wir besichtigen den Kräutergarten und die Pflanzenanlagen und zum Eintritt von 150 Dh gibt’s ein einfaches Apéroplättchen. Letztes Jahr war Maja Riniker zu Gast, habe ich auf einem Foto gesehen. Dieses Jahr nur Scheiber’s aus Oberentfelden, bekannt aus ……

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Auf der Rückfahrt bestaunen wir nochmals die verschneiten Atlas-Berge, bevor wir uns von der Restaurantküche des Campingplatzes verwöhnen lassen.

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Freitag 19. Dezember  Marrakesch Saadir-Gräber / Kutubiya-Moschee / Jardin Secret

Langsam steigt auch bei uns die Nervosität, morgen fliegen Manuela, Sebastian und die Kinder nach Marrakesch. Wir durften ihr rollendes Zuhause für ihre Besuchszeit bei uns besichtigen und ihnen entsprechend Meldung übermitteln, dass alles bereit ist. Nochmals Stadtbesichtigung, diesmal als erstes die Saadir-Gräber. Unglaublich diese reich verzierten Räume «nur» für eine Grabstätte, wir staunen ob dem Aufwand für die Grabesstätte des Saadir-Sultans Moulay Ahmed el-Mansour.

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Zu Fuss erreichen wir die Kutubiya-Moschee, die wir «ungläubigen» natürlich nur von aussen besichtigen können. Wir bestaunen das Minarett, stolze 77m ragt es in die Höhe. Erbaut im 11. Jahrhundert, letztmals 1990 renoviert. Der Turm dient als Orientierungspunkt, wenn man sich in der Medina von Marrakesch bewegt. Auf dem Weg dorthin sehen wir noch das schönste Tor von Marrakesch, das Bab Agnaou.

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Als Abschluss unserer Kulturwanderung besichtigen wir noch den Jardin secret. Nicht überwältigend was sich hier zeigt, die Getränkepreise sind fast auf Europäischem Niveau. Aber was soll’s, wir haben es gesehen bevor wir uns im angeblich ältesten Haus von Marrakesch, dem Dar Cherifa, köstlich verpflegen lassen. Können wir nur empfehlen.

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Zu Fuss bis zum Taxistand durchqueren wir nochmals den Djamâa el-Fna, heute mit wesentlich mehr Betrieb. Erstens ist es Freitag, eigentlich der Sonntag für die Einheimischen und zweitens nimmt die Zahl der Touristen auf die Weihnachtsferien in Europa täglich zu.

 

Samstag 20. Dezember  Marrakesch – Essaouira

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Wir schlafen vermutlich auch nicht viel mehr als Manuela, Sebastian und die Buben, die Aufregung ist spürbar im Wohnmobil. Die Übergabe verzögert sich, die verantwortliche Person war etwas zu lange im Ausgang gestern Freitag. So verzichten wir auf den Einkauf im Carrefour, wir wollen nicht zu spät beim Flughafen eintreffen. Marianne fährt mit unserem Womo, ich steure das Mietmobil, ein neueres Gefährt, bestens ausgerüstet. Herzlicher Empfang beim Flughafen und schon steuern wir Richtung Essaouira, der uns bekannte Camping Esprit Natur ist unser heutiges Ziel. Kaum eingetroffen erkunden wir den Spielplatz mit unseren Grosskindern. Älplermagronen mit den Berchtold Cervelats zum Nachtessen, Frau Küchenchefin Innendienst übertrifft sämtliche Erwartungen unserer Gäste, natürlich noch mit selbstgemachtem Apfelmus serviert.

 

Sonntag 21. Dezember  Ausflug Essaouira

Bereits zum 5. Mal besuchen wir das Städtchen, natürlich mit Reiseleiter Aufgaben für unsere Besucherfamilie. Feines Mittagessen, Café Nes-Nes und als Abschluss im Ombu KK sowie Abholung des Geburtstagskuchens für Jonathan, der morgen Montag 2 Jahre alt wird. Die rasante Taxifahrt für 30.- wird nebst Holperpiste schon in Erinnerung bleiben!

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Montag 22. Dezember  Essaouira - Aourir

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Nachdem wir in Essaouira den Carrefour geplündert haben und uns für Weihnachten mit Speis und Trank eingedeckt haben starten wir südwärts nach Aourir zum Camp. Unterwegs Einkaufspause auf dem Markt für Früchte, parkieren wie die Einheimischen! In der Schweiz würden sie uns nebst Bussgeld vermutlich gleich abschleppen lassen.

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Bei der Weiterfahrt wird Sebastian von der Strassenpolizei angehalten, uns nicht. Wir warten, werden dann zum Weiterfahren aufgefordert und erfahren, dass sie eine Busse wegen nicht angurten erhalten haben. Wenn ich an all die Personen denke die im offenen Wagen stehend auf der Ladefläche transportiert werden, kriegen die dann alle eine Busse? In Imsouane gibt’s Mittagspause im Café Momo’s bei traumhaftem Ausblick auf die sich am Felsen brechenden Wellen.

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Natürlich darf beim nächsten Halt die Geburtstagsfeier von Jonathan nicht fehlen. Er freut sich an den Geschenken, wir am Geburtstagskuchen. Jedem das seine, es war sehr fein. Bevor wir wieder von den Hügeln zum Meer hinunterkurven noch kurzer Fotostopp.

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Imposante Küstenfahrt bis nach Aourir zum Camping. Der Fahrende muss aufpassen, dass er vor lauter aufs Meer blicken nicht von der Strasse abkommt. Kein Nachtessen, der Schreibende hat zu viel Kuchen gegessen!

Dienstag 23. Dezember Aourir – Taliouine

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Wir verlassen das Paradies-Valley bereits wieder und brechen auf Richtung Taroudannt. Agadir durchqueren wir mit dem üblichen Verkehrsgedränge, doch auf der gut ausgebauten Strasse kommen wir zügig voran und unser Parkplatz am Stadtrand neben der Mauer auf dem Ackerplatz ist perfekt. Der Kutscher ist auch schon da und wir starten unsere Stadtrundfahrt, immerhin mit einem Antrieb von 1 PS! 7km Stadtmauer, 5 Eingangstore, die Kasbah sowie die Medina runden unser Programm ab.

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Richtung Taliouine durchfahren wir viele Gemüsekulturen, dank Bewässerung gedeiht es hier perfekt. Der Ausblick auf den hohen Atlas mit den schneebedeckten Gipfeln passt perfekt ins Bild.

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Weit über ihre Grenzen ist Taliouine aber wegen der Herstellung von Safran bekannt; die jährliche Produktionsmenge liegt – je nach Wetterlage – zwischen 1000 und 3000 kg des kostbaren Gewürzes.
Auf dem Camping Toubkal lassen wir uns von der Campingküche verwöhnen, Poulet-Spiesschen mit Pommes und Ketchup, etwas Einheimisches!

 

Mittwoch 24. Dezember  Taliouine – Ouarzazate

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Nebelverhangen präsentiert sich am Morgen unsere Weiterfahrt. Die Pässe Tizi-n-Taghatine und Tizi-Ikhsane überqueren wir im dicken Nebel. Erinnerungen an unsere Fahrt in Griechenland werden wach. Die Einheimischen überholen uns zügig, sie kennen ihre Hausecken besser als wir. Bei 4 Grad sehen wir plötzlich Gestalten die sich bei einem LKW bewegen. Je näher wir kommen sehen wir, dass hier Kürbisse verladen werden. Wir offerieren ihnen Schokolade und bekommen dafür einen grossen Kürbis geschenkt!

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Und plötzlich stahlblauer Himmel mit Blick in die weite Ebene Richtung Taznakht. Da wir über die Pässe länger gehabt haben als geplant, dinieren wir unser Weihnachtsmenü am Strassenrand in Taznakht. Raclette mit Gschwelti und Fleischkäse vom Berchtold Muhen, ein Festschmaus sondergleichen für uns.

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Auf der Passhöhe des Tizi-n-Bachkoum erblicken wir die Ebene des Dades-Tals mit den schneebedeckten Gipfeln des hohen Atlas.

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20 km vor Ouarzazate übernachten wir im Berber-Camping L’Escale de Ouarzazate und lassen uns von der Nachmittagssonne wärmen. Sogar einen Pool hätte es, nur ist es mir zu nass zum Baden, von der Wassertemperatur reden wir nicht. Ein schöner Sonnenuntergang lässt gutes Wetter für morgen erhoffen.

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Donnerstag 25. Dezember  Ouarzazate – Camp Chabab Saghro

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Ohne Frühstück starten wir die 20 km nach Ouarzazate in die Stadt. Auf speziellen Wunsch meinerseits offeriere ich Frühstück im Café Habous. Feiner Kaffee, Croissants, alle sind zufrieden. Kleiner Stadtrundgang mit Einkauf im Carrefour und schon starten wir weiter das Dades-Tal hinauf.

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In Skoura besichtigen wir die Kasbah Amridil mit der Familie. Wir haben sie schon vor ein paar Wochen besichtigt. So konnte ich mich als Touristen-Guide ausgeben. An der Kasse wollten sie noch 100 Dh für eine persönliche Führung, habe ich abgelehnt, ich leite die Führung auf Deutsch!

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Noch gut 50 km bis zum Camping Chabab Saghro sind zurückzulegen mit unseren 2 Campern. Die Hochebene mit den Schneebergen begeistern mich, da muss ein kurzer Stopp für ein Foto drinliegen.

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Scharfe Kurve, rechts abbiegen zum Camp hoch, unser Gefährt muss die letzten PS rausholen, damit wir die Steigung schaffen. Oben präsentiert sich ein fantastischer Rundblick ins Dades-Tal und die Berge des Hohen Atlas. Wieder ein Sonnenuntergang vom Feinsten, die bestellten Tajines überzeugen mich nicht unbedingt, die Vorschusslorbeeren der Kommentare kann ich nicht bestätigen. Wir waren aber auch die einzigen die hier sind, später fährt noch ein Zürcher Fahrzeug ein, können aber nichts mehr essen, man muss vorreservieren.

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Freitag 26. Dezember  Chabab Saghro – Tinghir

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Nach sternenklarer Nacht ist es am morgen empfindlich kalt, Minus 2 Grad zeigt unsere Wetterstation an. Der Sonnenaufgang mit Blick auf die Berge dafür einzigartig und das ohne zusätzliche Gebühren.

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Heute ist Schluchten- und Bergetag, wir fahren in die Dades- und Todraschlucht. In Boumalne Dades stärken wir uns mit frischgebackenem Berberbrot und schon kurven wir das Dadestal hoch. Stopp beim Affenpfotenfelsen ist fast obligatorisch, die Spitzkehren hoch und noch durch die engste Stelle im Tal, der eigentlichen Dadesschlucht. Bei diesem Kaiserwetter für die Familie ein einzigartiges Erlebnis.

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Die gleiche Strecke zurück, Weiterfahrt nach Tinghir und noch die Todraschlucht durchwandern, und schon parkieren wir beim Camping Le Lac Garden of Eden. Die Womoküche kommt nicht in die Gänge, die Küchenmannschaft ist sich über das Menü nicht einig, also bestellen wir kurzerhand im Restaurant Tajine und Omeletten. Hat wesentlich besser geschmeckt als gestern.

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Samstag 27. Dezember  Tinghir – Merzouga

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So möchte man jeden morgen erwachen mit Blick auf die roten Felsen der Todraschlucht, von der Morgensonne angestrahlt bei Kaiserwetter.

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Fütterung der kleinen Raubtiere, die Grossen erhalten erst Frühstück bei den Quellen und dem Museum Lalla Mimouna erbaut vom Künstler Zaïd Abbou. Mit viel Engagement hat er hier ein Freilichtmuseum erschaffen und fünf vormals vermüllte Quellen geäubert und in Steinbecken gefasst. Mehr als ein Besuch wert, das Thema Umwelt wird einem wieder mal bewusst und die Berberkultur nähergebracht.

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Nächster Stopp bei den Khettaras, wo die vielen Erdhügel auffallen. Es handelt sich um Wartungsschächte des früheren unterirdischen Bewässerungssystems, das weniger salzhaltiges Wasser von den Bergen in die Oasen beförderte. Die Kanäle wurden von Sklaven ausgehoben und über die Schächte instandgehalten, bzw. vom Sand befreit. Es weht ein zügiger Wind, Sandfontänen werden aufgewirbelt, hoffentlich kein aufkommender Sandsturm.

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Via Arfoud, wo wir noch unsere Gemüse- und Früchtevorräte ergänzen ziehen wir Richtung Erg Chebbi. Auch beim zweiten Mal ein spezielles Erlebnis die hohen Sanddünen im Licht der Abendsonne erleben zu dürfen. Übernachtungsplatz diesmal der Campingplatz La Liberté, liegt direkt am Wüstensand, ideal für unsere beiden Kids, die sofort mit Sand schaufeln beginnen.

Sonntag 28. Dezember  Ruhetag / Coiffeurtag / Wüstentag

Nach doch teilweise längeren Fahretappen heute Ruhetag in Merzouga. Sebastian, Valentin, Marianne und ich haben Coiffeur Termine. Nach gut einer Stunde erkennen wir uns selber nicht mehr, 1 kg Haare liegen am Boden des Salons! Nebst Siesta gibt es viel Abwasch, die Grossfamilie hinterlässt Spuren in der Küche, so bin ich zusammen mit Manuela gut 1h beschäftig. Von den Croissants, die ich am Morgen, als noch alle geschlafen haben, eingekauft habe, sehe ich nur noch die Krümel am Boden liegen, Schicksal der Reise- und Arbeitskraft, so erging es den Sklaven früher, heute heissen sie einfach anders. So tröste ich mich mit Blick auf den Camping und die Dünen.

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Montag 29. Dezember  Merzouga – N’Kob

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Auch in Marokko kennt man den Nebel, heute Morgen kein Sonnenaufgang für die Fotogalerie.

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Wir starten trotzdem zurück vom östlichsten Punkt wieder Richtung Marrakesch. Der Campinghund verfolgt uns gut 2km, als wir stoppen, legt er sich demonstrativ vor das Womo mitten auf der Strasse. Gib mir zu Fressen oder ich laufe Euch den ganzen Weg nach! Vermutlich wird er von vielen gefüttert auf dem Camping und so denkt er von Scheibers erhalte ich auch was. Manuela telefoniert in einer Aufregung, sie befürchtet wir überfahren ihn. «Gebt ihm Schinken, dann bleibt er und wir können fahren!» Als er kurz Toilettenpause macht geben wir Gas und er schafft den Anschluss nicht mehr. So eine Aufregung wegen dem blöden Hund. In Rissani kaufen wir frisches Brot und beim Jebel Mudawwar mitten in der Steinwüste machen wir Frühstückspause. Hier wurde eine Szene vom James Bond Film «Spectre» gedreht.

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Weiterfahrt Richtung Alnif, Halt bei einem sehr aufdringlichen Fossilienhändler. Mit Seabridge Katalog lockt er die deutschen Touristen an und will unbedingt, dass wir bei ihm Kaffee trinken. Mit so einem aufdringlichen Typen habe ich leicht Mühe, wir besuchen das gegenüberliegende Kaffeehaus und bekommen perfektes «Nous-Nous». Pilatusblick mit Palmen, so etwa präsentiert sich die Gegend hier. Die Strasse nach Nkob ist dann eine kleine Herausforderung, es hat mehr Schlaglöcher als Teer, doch dann erreichen wir den uns bekannten Campingplatz Land of Dreams. Feine Gemüse Tajine und Spiesse, die Küchenfeen verwöhnen uns bestens.

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Dienstag 30. Dezember  Nkob – Ouarzazate

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Der Morgen im Land of Dreams begrüsst uns traumhaft, wenn auch bitterkalt. Doch solche Erinnerungen wollen mit der Kamera festgehalten werden, also Kappe auf und raus zum Sonnenstrahlen einfangen.

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Die Fahrt nach Agzd führt uns auf der Nebenstrasse durch zahlreiche Dörfer und Weiler, vermittelt uns ein eindrückliches Bild wie die Leute auf dem Land leben. Kinder die zur Schule mit Bussen geführt werden, Frauen am Arbeiten und Männer die sich zu einer Dorfversammlung treffen. Auch die Landschaft mit den «Churfirsten» lässt sich sehen.

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Die Fahrt über den Tiki-n-Tinififft auf perfekt ausgebauter Strasse präsentiert uns auf der Passhöhe einen herrlichen Blick auf die Gipfel des Jebel Sarho.

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Bald erreichen wir unseren bereits bekannten Campingplatz L’Escale de Ouarzazate in Tazentout. Noch etwas Wärme tanken bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet und ein weiterer erlebnisreicher Tag neigt sich zu Ende.

 

Mittwoch 31. Dezember  Ouarzazate – Marrakesch

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Der letzte Reisetag zusammen fällt auch mit dem letzten Tag im Jahr zusammen. Er führt uns über den bekannten Pass Tizi-n-Tichka auf 2260 müM. Schneebedeckte Gipfel des hohen Atlas zeigen uns den Weg auf den Pass. In Agouim halten wir Reisepause, die Kids und Erwachsenen wollen die Beine vertreten und Kaffeezeit ist auch angesagt.

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Kurz vor der Passhöhe und nachher gibt’s Fotostopps und Schneeballschlacht mit den Kids. Sie freuen sich sehr über die Abwechslung, auch wir können es kaum glauben, dass wir mitten in der Schneelandschaft stehen.

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Die Talfahrt durch abenteuerliche Kurvenfahrten fasziniert und ist mit Schweizer Pass-Strassen vergleichbar. Nebst modernen Siedlungen treffen wir auch alte, armselige Siedlungen an. Hier leben Menschen, im Winter und Sommer, ohne Heizung, Wasseranschluss, keine Sanitären Einrichtungen.

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Die letzten Kilometer und wir fahren auf den Camping Le Relais ein. Sehr gut besetzt, für 2 Nächte haben wir einen Platz, dann heisst es umparkieren. Silvester ohne Knallerei, wir schlafen ruhig ins neue Jahr.

Donnerstag 1. Januar 2026  Marrakesch

Wir zeigen unserer Familie Marrakesch mit allen Facetten. Platz Djamâa el-Fna, die Souks, alte Koranschule, die Eindrücke prägen sich ein und machen müde. Essen auf einer Dachterrasse und dann wieder mit Arik, unserem bekannten Taxichauffeur zurück zum Camp.

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Freitag 2. Januar  Jardin Majorelle

Auf 11.30 Uhr haben wir uns Tickets zum Jardin Majorelle gebucht. Stolze 170 Dh Eintritt, das ist für marokkanische Verhältnisse relativ teuer. 1947 machte Jacques Majorelle seinen Garten für die Öffentlichkeit zugänglich. 1980 erwarb der bekannte Modeschöpfer Yves Saint-Laurent und sein Lebensgefährte Pierre Bergé die Gärten. Zu dieser Zeit war der verwilderte Tropengarten kaum bekannt, heute drängen sich täglich hunderte von Besuchern im Halbstundentakt an den Eingängen, deshalb unbedingt vorgängig reservieren. Leider war der Himmel ziemlich bedeckt, farblich daher eher eine fade Angelegenheit zum Betrachten.

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Anschliessend gewöhnen wir unser Verdauungssystem langsam wieder an die europäische Küche, wir verspeisen tatsächlich eine Pizza in einem kleinen Restaurant! Abends um 10 Uhr herrschen draussen immer noch Temperaturen um die 20 Grad, ein warmer Südwestwind mit heftigen Böen kündet für später Regen an.

 

Samstag 3. Januar  Heimreise? / Waschtag / Ruhetag

Nach 14 erlebnisreichen Tagen verabschieden wir uns von unserem Besuch. Als ob Abschied nehmen nicht sonst schon traurig wäre, weint der Himmel als sie am Morgen um 8 Uhr das Taxi besteigen. Marianne nutzt den Ruhetag für den inneren Dienst am Womo, alles was irgendwie waschbar ist wird zur Reception geschleppt und dort der Waschmaschinengruppe übergeben. Ich geniesse bei inzwischen sonnigem Wetter das süsse Nichtstun und helfe wo notwendig natürlich mit.
Info vom Flughafen Marrakesch, Flug wegen technischer Probleme gestrichen! Da liegen die Nerven schon ein wenig blank. Ein schreiendes Kind, das nicht begreifen kann, dass es nicht weitergeht, Infos über Infos, zurück auf Feld 1, Bus besteigen und eine Zusatznacht in Marrakesch in einem Hotel. Wenigstens grosszügig Zimmer und gute Verpflegung, ja das wäre jetzt nicht notwendig gewesen, die Verlängerung des Marokko Aufenthalts.

 

Sonntag 4. Januar  Heimreise zweiter Versuch / Erholung in Marrakesch

Es hat geklappt! Mit 30 Minuten Verspätung starten sie nach 11 Uhr mit ihrem Flieger Richtung Genf. Wir haben uns entschieden noch 1-2 Tage hier auf dem Camping zu bleiben, die Wetteraussichten für die nächsten 2 Tage sind eher düster mit Wind und Regen. So kann ich auch meine Erkältung etwas pflegen und die Weiterreise planen für die nächsten Tage. Die letzten Tage in Marokko folgen nun in Teil 6 Marrakesch – Algeciras.