Teil 3 Algarve - Oberentfelden

Rückfahrt Algarve - Oberentfelden

Montag 2. März  Lagos – Odemira

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Bei bedecktem Himmel verlassen wir den Süden Portugals und ziehen Richtung Norden. In Carrapateira parkieren wir und erkunden mit den Velos den Abschnitt der Westküste auch mit markanten Felsen und flachen Sandstränden. Hier leben die Wellenfreaks, man kann sich mal vorstellen was da zur Hochsaison los sein wird! Doch heute wagen sich nur vereinzelt ein paar Idealisten ins Wasser sowie einheimische Fischer, die wagemutig auf den Felsen ihre Ruten werfen. Solch ein Risiko wären mir dann die Fische nicht wert.

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Wir fahren noch bis kurz vor Odemira, hier auf einem für Womos ausgeschilderten Parkplatz übernachten wir.

 

Dienstag 3. März  Odemira – Vila Nova de Milfontes

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Vom Parkplatz fahren wir ein paar Kilometer nach Odemira. Das schmucke Dörfchen liegt am Rio Mira, der nach den heftigen Regenfällen im vergangenen Monat auch Spuren des Hochwassers hinterlassen hat. Wir steigen noch zum Monument Cante Alentejano hoch. Wie der Fado steht seit 2014 auch der Cante auf der Liste des Weltkulturerbes.

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Die Fahrt nach Vila Nova de Milfontes bietet nichts Spektakuläres. Wir parkieren mitten im Städtchen mit ein paar anderen Womos zum Übernachten. An der Mündung des Rio Mira, der eben noch durch Odemira verlaufen ist, hat es schöne Sandstrände, die ruhiges Wasser für den Badeplausch anbieten. Das Forte de São Clemente thront über dem Wasser, die Gässchen warten auf Touristen, noch können wir die Ruhe vor dem Sturm erleben. Küche geschlossen, heute wird gestreikt, so verpflegen wir uns in einem guten Fischrestaurant am Fluss unten.

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Den Strand mit dem Meeresrauschen dürfen wir natürlich nicht verpassen. Sogar ein rostiges Schiffswrack erblicken wir. Ja, bald heisst es Abschied nehmen von der Küstenlandschaft, morgen noch nach Sines, dann geht’s ostwärts.

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Mittwoch 4. März  Vila Nova de Milfontes – Sines

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Auf löchriger Nebenstrasse fahren wir nordwärts nach Sines. Der Geburtsort von Vasco da Gama liegt auf einem Felsen und präsentiert uns seine historische Altstadt. Heute eher bekannt für seine Ölraffinerie und den Hafenanlagen, die auch je nach Windrichtung entsprechende Düfte in die Stadt bringt. Unser Übernachtungsplatz für heute liegt direkt am Meer, mit Blick in die unendliche Ferne. Das Meeresrauschen wird sicher meine Schnarchgeräusche übertönen, so stören wir die Nachbarn sicher nicht!

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Donnerstag 5. März  Sines – Beja

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Wolkenverhangen nehmen wir Abschied vom Atlantik und steuern querfeldein landeinwärts nach Beja zu. Beim Städtischen Campingplatz richten wir uns ein und starten am Nachmittag unsere Stadtbesichtigung, zuerst noch grau in grau und am Schluss sogar noch mit Sonnenschein. Wir besichtigen die Kathedrale, ein altes Krankenhaus mit kleinem Apothekermuseum, den Platz der Republik und am Schluss stapfen wir 183 Treppen den Torre de Menagem hoch und staunen ob der Aussicht hier oben.

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Samstag 7. März  Beja – Évora – Évoramonte

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Nach dem gestrigen Ruhetag, an dem wir unsere Reiseplanung für die letzten 2 Wochen bearbeitet haben, starten wir nordwärts nach Évora zur Hauptstadt der Region Alentejo. Schon die Römer bauten hier einen Tempel bevor die Mauren herrschten um 1165 von den Portugiesen vertrieben zu werden. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kathedrale sowie natürlich der Römische Tempel. Sehr speziell ist die Kapelle der Knochen, an dessen Wänden menschliche Gebeine und Schädel gestapelt sind!

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Unseren Übernachtungsplatz wählen wir 15 km nordwärts auf dem Évora Monte. Die Burg erstrahlt im Abendlicht, die Besichtigung sparen wir uns für morgen auf. Ja, wieder mal ein magischer Sonnenuntergang lässt uns bald ins Land der Träume begleiten.

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Sonntag 8. März  Évoramonte – Estremoz – Elvas

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Mit Vogelgezwitscher am Morgen in traumhafter Umgebung erwachen zu dürfen gehört zu Privilegien im Camperleben. So unternehmen wir einen kurzen Spaziergang zur Burg Évora Monte mit Wohnhäusern innerhalb der Mauern sowie einen Friedhof und sogar ein feines Restaurant. Leider öffnet es erst um 12 Uhr, zu spät für uns. Wir laufen zurück und starten die Weiterfahrt nach Estremoz vorbei an blühenden Feldern und zig Korkeichen.

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Santa Maria in Estremoz ist unser nächster Stopp. Schon wieder eine Burg, schon wieder den Berg hochkraxeln, ach nicht so schlimm, wir sind ja noch jung und fit! In einem Kaffee spricht uns die Verkäuferin mit Deutsch an, sie hat in der Schweiz gearbeitet und erzählt uns einiges von ihrem Leben und Wirken. Das Städtchen gefällt und wir schlendern kreuz und quer durch die Gassen und Plätze. Die Wandbilder erinnern an die Nelkenrevolution vom 25. April 1974, als die Diktatur des seit 1933 bestehenden Salzar-Regimes beseitig und den Übergang in eine Demokratie einleitete.

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Unseren Übernachtungsplatz wählen wir am Stadtrand von Elvas, unweit der spanischen Grenze. Der Platz hat etwas Neigung, so kommen meine aufblasbaren Kissen wieder mal zum Einsatz. Wir besichtigen noch den Aqueduto da Amoreira, über den seit anfangs 16. Jahrhundert Wasser in die Stadt befördert wurde. Es ist das grösste Aquädukt der iberischen Halbinsel, rund 8 km lang, zählt 843 Bögen und ist bis zu 31m hoch. Heute UNESCO-Welterbestätte.

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Montag 9. März  Elvas – Arronches

Am Morgen steht die Stadtbesichtigung von Elvas an. Irgendwie springt der Funken der Begeisterung für diesen Ort nicht so recht. Auf jedem noch so schmalen Pflastersteinweg kommen uns Autos entgegen, so eine gemütliche Flaniermeile haben wir nicht gefunden. Da der Himmel sich eh mit grauen Wolken überzieht fällt der Entscheid weiterzuziehen leicht. Noch den Kühlschrank füllen im Intermarché, man weiss ja nie, wenn plötzlich ganz Portugal in einen Landesstreik tritt!

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Auf der Weiterfahrt zeigt uns das Navi vom Womo einen Umweg an. Was soll den das wieder? Mutig fahre ich geradeaus weiter. Ein paar Kilometer später sehen wir den Grund der Umfahrungsempfehlung, Höhenbeschränkung auf 3m! Da wir nur 2,9m hoch sind entscheiden wir uns weiterzufahren und wir schaffen die Eisenbahnunterführung problemlos. In Arronches entscheiden wir uns auf dem schönen Stellplatz gleich zu übernachten, notabene gratis und franko. Ja, der März hat wieder 31 Tage, da müssen wir die AHV schon etwas einteilen.

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Dienstag 10. März  Arronches – Portalegre

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Knapp 30 km haben wir heute geschafft, wie sollen wir das wohl schaffen bis Frühlingsanfang zu Hause zu sein? In Portalegre bietet die Stadt einen herrlichen Stellplatz mit Entsorgung neben dem Sportplatz an. Aussicht vom Feinsten direkt auf die Hügelstadt, die wir per Rad erkunden. Mit einem Durchmesser von etwa 33m steht der Baum «Platano de Portalegre» hier und besitzt somit die grösste Baumkrone der ganzen iberischen Halbinsel. Gepflanzt wurde er 1838, so hatte er die notwendige Zeit gross und stark zu werden. Leider kurven auch hier zig Autos durch die engen Gassen, müssen wir uns wohl damit arrangieren. Wir besichtigen diverse Sehenswürdigkeiten, den Republikplatz, die Kathedrale, das Rathaus, auch KK darf natürlich nicht fehlen! Bei diesem Ausblick grillieren wir draussen und sagen Portugal langsam tschüss, morgen überqueren wir die Grenze nach Spanien.

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Mittwoch 11. März  Portalegre – Alcántara

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Nach kurzer Fahrt stehen wir bereits an der Grenze zu Spanien. Keine Beamten verlangen Ausweise und kontrollieren die Fahrzeuge nach Schmuggelware. So können wir unsere Reiseerinnerungen der letzten Monate zollfrei importieren.

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In San Vicente de Alcántara parkieren wir bei der Stierkampfarena und frühstücken gemütlich. Vielleicht stürmt noch ein Stier aus der Arena, so hätten wir das Menü fürs Nachtessen schon. Wir streifen ein wenig durchs Städtchen, genehmigen uns noch Tranksame und bald ziehen wir weiter zu unserem Tagesziel.

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Die Fahrt durch die Ebene Richtung Alcántara ist wie ausgestorben. Praktisch keine Autos unterwegs und nur alle paar Kilometer ein mehr oder weniger noch intakter Bauernhof begegnen uns. Gemütlich fahren wir durch die grünen Wiesen, vermutlich nach dem Sommer alles braun, wenn nur noch die Sonne auf die Pflanzen brennt.

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In Alcántara parkieren wir auf dem gratis Stellplatz und fahren mit den Velos zum Stausee José Maria de Oriol-Alcántara II. Auch diese grosse Staumauer konnte die immensen Wassermassen nicht zurückhalten. So kam es leider zu den grossen Überschwemmungen im weiteren Verlauf des Tajo, der in Lissabon ins Meer mündet. Früher überquerten alle Fahrzeuge über die alte Brücke den Fluss, seit einiger Zeit ist die neue Brücke in Betrieb. Letzte Arbeiten werden noch ausgeführt.

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Donnerstag 12. März  Alcántara – Salamanca

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Der erste Teil der heutigen Etappe führt uns durch unbewohnte Ebenen, nur Schafe und Kühe erblicken wir und ab und zu ein paar alte Bauernhäuser. 11 Uhr, Zeit für Frühstück in Moraleja. Das ist meine Idee, Marianne ist im Kopf bereits beim Mittagessen angelangt. Was macht der kluge Hausvater, er kauft sich Brot und macht Frühstück, meine treue Reisebegleiterin wohl oder übel halt auch! Zwischendurch überqueren wir den Irueña-Stausee über eine imposante Brücke als kleine Abwechslung nebst einer Passfahrt auf immerhin fast 1000m hoch und 10% Steigung. Meine Bemerkung ev. müsse meine Beifahrerin aussteigen wurde ignoriert oder falsch interpretiert!

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In Ciudad Rodrigo folgt der nächste Stopp. KK ist angesagt. Für Neu-Leser, das heisst Kaffee und Kuchenstopp! Marianne fasst den Auftrag selbiges zu suchen. Immer der Nase nach lautet die Antwort. Als wir dann in der Markthalle zwischen Fleisch und Fisch angelangt sind erlaube ich mir eine kleine Bemerkung, nicht Kritik, wohlverstanden. Im beschaulichen Altstadtteil finden wir eine feine Bäckerei und nebenan das Kaffee, Herz was willst du mehr. Gut gemacht, diese Übung wiederholen wir morgen nochmals.

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Freitag 13. März  Besuch Salamanca

Früh morgens bei 3° Aussentemperatur fehlt die Motivation zeitig für eine Stadtbesichtigung aufzubrechen. So lassen wir die Sonne alles etwas aufwärmen und starten gegen Mittag mit unseren Rädern stadtwärts. Die Kathedrale überragt alles und präsentiert sich auf der Sonnenseite am Fluss Tormes den Besuchern. Wir überqueren das Gewässer auf der Puente Romana de Salamanca. Unser erster Besuch gilt der Kirche und dem Kloster San Esteban. Wiederum einmal mehr eindrücklich was da vor ein paar Hundert Jahren erbaut wurde. Ebenso eindrücklich präsentiert sich das «Muschelhaus», heute Bibliothek und der Plaza Mayor. Rundum ein Gebäude im gleichen Baustil, hier lässt sich gemütlich Kaffee trinken und dem Treiben von jung und alt zuzuschauen. Als wir zurück beim Womostellplatz sind staunen wir echt. Hat sich doch ein Spanioggel erlaubt sich zwischen zwei Womos hineinzuzwängen! Dabei hätte es noch Platz für 30 Womos auf dem Platz, aber nein, genau da muss er auch parkieren. Weitere Bemerkungen zu solchen Deppen erübrigen sich.

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Sonntag 15. März  Salamanca – Vitoria-Gasteiz – Barbezieux

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Unser Übernachtungsplatz in Vitoria-Gasteiz direkt neben der Kläranlage, man kann nie wissen!

Am Sonntag über die Schneeberge der Pyrenäenausläufer an die Atlantikküste nach Zumaia im Baskenland. Frühstück und Bummel durchs Städtchen bei knapp 10 Grad mit Kaffee und was sehr Kleines dazu, wenigstens für Marianne. Bruno genehmigt sich etwas Grösseres!

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Weiterfahrt Richtung Frankreich, Biarriz kennen wir von der Verlobungsreise 1980! Damals mit Honda 750 auf 2 Rädern.

Nach fast 450 km erreichen wir den Stellplatz hier in der Gemeinde Barbezieux. Gratis und franko inkl bester Entsorgungsstelle. Von der Grenze bis Bordeaux bezahlen wir fast 50 Euro Autobahngebühr. Dafür erhält man einen schönen Ausblick auf den Fluss Dordogne. Zum Znacht geniessen wir die letzte Bratwurst vor der Grenze zur Schweiz.

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Dienstag 17. März  Barbezieux – Moulins – Montbéliard

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Gut 700 km Fahrt haben wir die letzten 2 Tage auf Frankreichs Strassen heimwärts verbracht. Sehr gut ausgebaut, teils mit Maut, den grösseren Teil jedoch Gebührenfrei. In Moulins auf dem Stellplatz übernachten wir und besuchen am Morgen noch das Städtchen.

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Die Strecke heute Dienstag führt uns einige Km der Loire entlang. Wir staunen welch grosser Fluss das schon ist, der Weg bis ans Meer ist doch noch weit. In Montbéliard genehmigen wir uns das letzte Bierchen auf unserer Reise. Morgen noch 140 km bis nach Hause, dann ist fertig, Schluss!

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